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Die Nachfrage der Deutschen nach Urlaubsreisen könnte sich im Jahr 2022 leicht erholen, prognostiziert das FUR - Foto: Pixel Embargo - Fotolia

Reiseanalyse prognostiziert 60 Millionen Urlaubsreisen der Deutschen für 2022

Deutschland blickt auf zwei schwierige Jahre als touristische Destination zurück. Doch im Jahr 2022 könnte es in diesem Bereich wieder ein Stück weit aufwärts gehen. Mut machen Prof. Martin Lohmann zufolge die Ergebnisse der Reiseanalyse (RA) 2021/2022. Der wissenschaftliche Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), Kiel, sagt: "Wir sehen eine enorme Lust auf Urlaub."

Ein Indikator für die positive Stimmung ist unter anderem in der positiven Ausgangslage zu sehen. Demnach sind die Deutschen aktuell optimistischer als noch vor einem Jahr. 22 Prozent der Befragten erwarten, dass sich ihre persönliche wirtschaftliche Situation in einem Jahr verbessern wird. 54 Prozent gehen sogar von keinerlei Veränderungen aus. "Die insgesamt als stabil wahrgenommene individuelle wirtschaftliche Situation ist eine wichtige Vorbedingung für den Urlaubstourismus 2022", so Lohmann.

Dass die Deutschen Lust haben, zu verreisen, zeigt eine weitere Auswertung. Auf die Frage ob sie Zeit, Geld und Lust auf einen Urlaub haben antworteten die meisten mit einem klaren Ja. Die Urlaubslust liegt bei 61 Prozent, der Faktor Zeit bei 72 Prozent und der Faktor Geld bei 70 Prozent. Lohmann betont: "Insgesamt drücken die Ergebnisse eine sehr positive Urlaubsstimmung aus. Urlaubsreisen waren und bleiben für die meisten Deutschen ein unverzichtbarer Bestandteil der Lebensqualität."

Allerdings dürfen diese positiven Werte nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns nach wie vor in einer Pandemie befinden und die Nachfrage im Vergleich zu 2019 – also vor Covid-19 – nach wie vor gering ausfallen wird. Die FUR geht für 2022 von einem Volumen von rund 60 Millionen Urlaubsreisen der Deutschen aus, mit einem hohen Anteil von Zielen im Inland und in den Nachbarländern. Laut den vorläufigen Daten lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei 50 Millionen Urlaubsreisen. Somit ist also mit einer leichten Steigung für 2022 zu rechnen.

Der internationale Tourismus im Jahr 2021 wird sich der Analyse zufolge voraussichtlich "auf dem Niveau von 1987" bewegen, wie der wissenschaftliche Berater sagt. Während im Jahr 2019 weltweit 1,46 Milliarden Ankünfte verzeichnet wurden, waren es 2020 381 Millionen. Für 2021 rechnet das FUR mit 351 Millionen Ankünften von internationalen Gästen. In Deutschland sei in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 die Zahl der Gästeübernachtungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um weitere sechs Prozent gesunken, nach minus 36 Prozent im Vorjahr. Für 2021 könne man insgesamt mit circa 284 Millionen (nach 302 Mio. im Jahr 2020) Übernachtungen in Deutschland rechnen.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die bevorzugte Urlaubsart ein wenig verändert. Zwar sind Städte- und Kulturreisen nach wie vor wichtig, doch findet der Campingurlaub immer mehr Freunde. Lohmann sagt: "Noch nie waren so viele Deutsche an Ferien mit einem Wohnmobil (15 %) oder im Caravan (12 %) interessiert." Ihm zufolge könnte der Marktanteil dieser Urlaubsart, die 2021 rund 7,5 Prozent eingenommen hat, langsam aber stetig wachsen.

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Anja Lüth 14.01.2022

 

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