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Mediathek erinnert an jüdische Sammlungen

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Berlin, und die Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, starten ein dreijähriges Projekt rund um die jüdische Kultur. Das Herzstück bildet eine Mediathek, die an Kunstsammler*innen, Mäzen*innen und sammelnden Bürger*innen jüdischer Herkunft erinnern soll. Sie wird jüdische Biografien in der deutschen Gesellschaft vor dem Jahr 1933 umfassen. Des Weiteren sind digitale Vermittlungsformate für Jugendliche und junge Erwachsene geplant. Ziel soll sein, bestehenden stereotypischen Vorstellungen entgegenzuwirken. Das Projekt wird mit 690.000 Euro von der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bonn, gefördert. Medienpartner sind der Rundfunk Berlin-Brandenburg mit Sitz in Berlin und der Bayerische Rundfunk, München.

Die Basis für das Vorhaben bildet die Provenienzforschung beider Einrichtungen. Sie untersuchen die Herkunft ihrer sammlungseigenen Objekte auf Grundlage der Washington Principles on Nazi-Confiscated Art von 1998 und bemühen sich um faire sowie gerechte Lösungen zusammen mit den Nachkommen der Opfer. Die Bedeutung dieser Forschung auch über die Prüfung der Herkunft der Kunstwerke hinaus soll an ein breites, vor allem junges Publikum vermittelt werden. Die Bayerische Staatsgemäldesammlungen mit drei Pinakotheken und 20 Zweiggalerien konnte seit 1998 insgesamt 25 Werke aus 17 Sammlungen restituieren. Seit 1999 konnte die SPK mehr als 350 Kunstwerke und rund 2.000 Bücher zurückgeben. Darunter befinden sich eine Zeichnung von Vincent van Gogh, Arbeiten von Munch und "Der Watzmann" von Caspar David Friedrich.

SPK-Präsident Hermann Parzinger betont: "Die jüdischen Sammlerinnen und Sammler haben dieses Land geprägt, haben Künstlerinnen und Künstler gefördert und den Ruf der Museen geprägt. Viele von ihnen wurden Opfer der Nationalsozialisten, ihre Sammlungen geraubt. Wir stoßen bei unseren Forschungen immer wieder auf Namen, die keiner mehr kennt, die aber einst für bedeutende Sammlungen, für Haltungen, für ein Leben mit Kunst standen. Was waren das für Menschen? Durch das Erzählen ihrer Lebensgeschichten möchten wir viele Namen ins Bewusstsein zurückbringen. Mit dem gemeinsamen Projekt möchten SPK und Bayerische Staatsgemäldesammlungen einen Beitrag zur Erinnerungskultur und für eine tolerante, offene Gesellschaft leisten."


 

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