Corona beeinflusst Arbeit der Kommunen und Landkreise
Durch die Corona-Pandemie stehen die deutschen Kommunen und Landkreise aktuell vor Herausforderungen, die sie bislang nicht kannten. Zu diesem Ergebnis kommen die Initiatoren der Morgenstadt-Studie, die Fraunhofer-Institute IAO, IESE, ISI, IMW, IOSB-INA und ISE. Für die Erhebung wurden 83 Mitarbeitende deutscher Kommunen befragt.
Zu den offensichtlichsten Veränderungen gehören die Schaffung neuer Organisations-, Arbeits- und Verwaltungsstrukturen. Diese wurden notwendig, um zum Beispiel auf die geltenden Kontaktbeschränkungen oder Hygienebestimmungen eingehen zu können. Zudem verzeichneten die Befragten einen Einbruch bei den Einnahmen beispielsweise im Bereich der Gewerbesteuer, was sich auf die finanziellen Handlungs- und Investitionsfähigkeiten auswirkt.
Im Rahmen der Studie konnte festgestellt werden, dass das Thema Digitalisierung an Bedeutung gewonnen hat. Das hatte zur Folge, dass die Budgets in diesem Bereich deutlich erhöht wurden. Allerdings wurden in diesem Zuge andere Themen wie Energie und Klimaschutz vernachlässigt und als weniger wichtig priorisiert. Einen Budgetrückgang habe es aufgrund der Prioritätenverschiebung in Richtung Digitalisierung allerdings nicht gegeben. Eva Ottendörfer, Leiterin des Morgenstadt-Netzwerks, sagt: "Das sind erst einmal erfreuliche Nachrichten, denn neben der Coronapandemie hat das vergangene Jahr auch gezeigt, dass der Kampf gegen den Klimawandel für Kommunen in Zukunft noch wichtiger werden wird."
Auch der Bereich Mobilität war Bestandteil der Studie. Die Erhebung ergab, dass der Rad- und Fußverkehr zugenommen hat, während im Bereich der motorisierten Verkehrsformen rückläufige Zahlen zu verzeichnen waren. Temporäre Maßnahmen wie Pop-up-Radwege wurden hingegen nicht stärker durchgeführt als vor der Pandemie.
Beim Thema Nutzung kommunaler Daten sehen die Studieninitatoren Handlungsbedarf, denn diese sind wichtig, um Maßnahmen zum Beispiel in den Bereichen Verkehrsplanung, Klimaschutz, Abgas und Luftqualität umzusetzen. So hat die Umfrage ergeben, dass Daten hauptsächlich in Groß- und Mittelstädten erhoben werden. Kleinere Kommunen sehen hier auch keinen Nachholbedarf und planen nicht, zukünftig kommunale Daten zu erheben.









