Leichter Aufwärtstrend beim Deutschlandtourismus erkennbar
Das Statistische Bundesamt (Destatis), Wiesbaden, hat die vorläufigen Zahlen zur Entwicklung der Tourismusbranche in Deutschland im Jahr 2021 veröffentlicht. Zwar liegen diese wie auch das Jahr zuvor weit unter den Werten des Rekordjahres 2019, doch sie könnten den Playern der Branche Mut machen. Demnach verzeichneten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland im vergangenen Jahr 310,3 Millionen Gästeübernachtungen. Im Vergleich zu 2020 entspricht das einem Wachstum von immerhin 2,7 Prozent.
Für den Anstieg der Übernachtungen sorgten in erster Linie die Gäste aus dem Inland. Diese generierten im vergangenen Jahr 279,3 Millionen Übernachtungen (+3,3% im Vergleich zu 2020). Die Übernachtungen von ausländischen Gästen (31 Mio.) hingegen gingen 2021 um 3,1 Prozent verglichen mit 2020 zurück.
Ein Blick auf den Verlauf der monatlichen Übernachtungszahlen zeigt, dass es im vergangen Jahr wie auch im Jahr 2020 einen typischen Saisonverlauf mit einem Hoch in der Jahresmitte gab. Während in den Wintermonaten nur wenige Aufenthalte privatreisender Gäste registriert wurden, waren es in den Monaten Juni, Juli und August umso mehr.
Doch obwohl ein leichter Aufwärtstrend beim Deutschlandtourismus erkennbar ist, so bleibt festzuhalten, dass die Betriebe der Hotellerie unter den coronabedingten Einschränkungen stärker gelitten haben, als beispielsweise Ferienunterkünfte oder Campingplätze. Zwar konnten sich die Werte im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 leicht erholen beziehungsweise steigern, dennoch beträgt das Minus bei den Übernachtungen im Vergleich zu 2019 insgesamt 45,2 Prozent – die Campingplätze wiesen ein Minus von 7,8 Prozent auf.
Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbands, sagt: "Die Bilanz, die das Statistische Bundesamt heute für den Tourismus in Deutschland aufgemacht hat, zeigt, wie sehr die Pandemie der Branche im vergangenen Jahr weiter zugesetzt hat. 37,4 Prozent weniger Übernachtungen als 2019: Der Deutschlandtourismus musste trotz eines gut gelaufenen Sommers 2021 wieder schwere Einnahmeverluste verkraften. Es fehlten Gäste aus dem Ausland, es fehlten Messen sowie Events und Veranstaltungen in unseren Städten." Er fordert: "Bund und Länder müssen sich in der kommenden Woche auf eine Öffnungsstrategie mit klaren Öffnungsschritten einigen, damit die Branche eine konkrete Planungsperspektive hat. Schnell konkret müssen auch die Planungen der Bundesregierung im Hinblick auf das angekündigte Modernisierungsprogramm für den Tourismus werden. Denn es ist entscheidend, dass jetzt in Qualität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit investiert werden kann und Innovationen in der Branche unterstützt werden."










