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2021 packte fast jeder Zweite wenigstens einmal seine Koffer. Damit ist der Wert zwar immer noch der zweitniedrigste seit der Wiedervereinigung, zeigt aber gleichzeitig, welch hohen Stellenwert Urlaub und Verreisen für die Bundesbürger*innen (wieder) haben - Grafik: BAT-Stiftung für Zukunftsfragen

Reisefrequenz steigt wieder an

Die Bundesbevölkerung wird nach zwei Jahren Corona zunehmend reiselustig. Das hat die aktuelle Deutsche Tourismusanalyse ergeben, die die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in diesem Jahr zum 38. Mal veröffentlichte. Demnach unternahm im Jahr 2021 fast jeder Zweite (49 %) eine Reise von wenigstens fünf Tagen Dauer. 2020 waren es gerade mal 37 Prozent.

Die Hälfte der Urlaubsreisen fand 2021 in Deutschland statt. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 (34 %), aber ein leichter Rückgang gegenüber 2020 (56 %). Den größten Marktanteil unter den Bundesländern wies der Freistaat Bayern auf, im Anschluss folgten Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die beliebtesten Auslandsreiseziele der Bundesbürger*innen waren Spanien, Italien und mit einigem Abstand Griechenland. Ein Urlaub im nichteuropäischen Ausland unternahmen auch im Jahr 2021 nur wenige.

Der wissenschaftliche Stiftungsleiter Prof. Dr. Ulrich Reinhardt sagt: "Nach einem Jahr der Entbehrung und Einschränkung galt trotz anhaltender Reisewarnungen in der abgelaufenen Saison für etwa jeden Zweiten das Motto: Reiselust statt Reisefrust."

Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass die Hälfte der Menschen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten keine längere Urlaubsreise übernommen hat. Die Gründe sind vielfältig und werden von der Corona-Pandemie dominiert. So sorgten unsichere und sich kurzfristig ändernde Reisebedingungen, Angst vor Quarantäneaufenthalten und PCR-Tests dafür, dass viele auf einen Urlaub verzichteten. Auch finanzielle und persönliche Gründe sowie der Wunsch, Zeit und Geld für etwas anderes einsetzen zu wollen, wurden von den Teilnehmer*innen genannt.

Blick auf 2022

Wie sich das Jahr 2022 entwickeln wird, kann derzeit noch keiner sagen. Allerdings weist vieles darauf hin, dass sich die Bundesbürger*innen zunehmend an die Situation gewöhnt haben und entsprechend ihren Urlaub planen. Der Studie folge sind sich bereits jetzt 57 Prozent der Deutschen sicher, in diesem Jahr in den Urlaub zu fahren. Das sind 27 Prozent mehr als noch vor zwölf Monaten. Jeweils jeder Fünfte ist noch unentschlossen oder plant keinen Urlaub für 2022.

Als Ausblick hält Reinhardt fest: "Die Bürger sind coronamüde und wollen nicht mehr rund um die Uhr mit der Pandemie konfrontiert werden. Sie sehnen sich nach Sonne, Strand und Meer, wollen wieder unterwegs sein und dabei möglichst die Unsicherheit daheimlassen. Die Chancen hierfür stehen gut, und mit einer hohen Impfquote und weniger Infektionen werden auch Reisewarnungen und Einschränkungen zurückgehen. Einem Urlaub 2022 steht dann wenig entgegen."

Ein knappes Drittel präferiert ein Reiseziel innerhalb Deutschlands. Aber auch Reiseziele rund um das Mittelmeer – allen voran Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich oder die Türkei – stehen auf der Wunschliste.

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Anja Lüth 15.02.2022

 

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