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Das Schloss Moritzburg ist eine beliebte Tourismusattraktion des Freistaat Sachsens - Foto: SLS Schlösserland Sachsen

Sachsen Tourismus mit starken Rückgängen im Jahr 2021

Das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Landestourismusverband Sachsen e.V. (LTV) und die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS), alle drei mit Sitz in Dresden, ziehen Bilanz für das Jahr 2021. Demnach verzeichnete das Reiseland Sachsen im vergangenen Jahr rund 4,2 Millionen Gäste. Damit liegt der Wert unter den Ergebnissen von 2019 (8,4 Mio.) und 2020 (4,8 Mio). Auch die Anzahl der Übernachtungen sank auf ungefähr 12,3 Millionen im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2019: 20,7 Mio., 2020: 13,5 Mio.). Die Hauptursache für die rückläufigen Zahlen sehen die Organisationen in der Covid-19-Pandemie, die den touristischen Betrieb 2021 stark geprägt hat.

Auch der Auslandstourismus wurde von der Pandemie stark getroffen: Die Anzahl der ausländischen Gäste sank um acht Prozent im Vergleich zu den 363.000 Tourist*innen im Jahr 2020. Allerdings stieg, gemessen an der Gesamtzahl von Besucher*innen, der Anteil ausländischer Tourist*innen um 0,4 Prozent gegenüber 2020. Damit liegt Sachsen über dem Bundesdurchschnitt, dessen Wert auf 10 Prozent sank. Größere Zuwächse wurden im Freistaat bei Gästen aus den Ländern Frankreich und Belgien verzeichnet.

Die sächsische Tourismusministerin Barbara Klepsch erläutert: "2021 war aus touristischer Sicht wieder ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Sieben Monate lang litten unsere Hotels, Pensionen und Ferienhäuser unter massiven Umsatzverlusten. Die hohe Nachfrage zwischen August und Oktober beweist jedoch, dass Sachsen weiterhin ein sehr beliebtes Reiseziel ist. Die Signale aus der gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz stimmen mich zuversichtlich, dass unsere sächsische Tourismuslandschaft an den Lichtblick der vergangenen Sommermonate auch langfristig wieder anknüpfen kann."

Über sieben Monate war eine touristische Beherbergung in Sachsen nicht möglich. Dies ist doppelt so lang als im ersten Pandemiejahr 2020. Somit standen knapp fünf Monate für den Tourismusbetrieb zu Verfügung. Der erfolgreichste Zeitraum für die Branche war von August bis Oktober 2021. In dieser Zeit konnten die Zahlen das Niveau der Vorjahresmonate 2019 und 2020 erreichen und teilweise sogar übertreffen. Mit circa 2,24 Millionen Übernachtungen wurde im August ein neuer sächsischer Rekordwert erreicht werden.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land Sachsen, das verdeutlichen die aktuellen Zahlen: Der Bruttoumsatz lag 2019 bei 8,1 Milliarden Euro. Rund sieben Milliarden Euro an Umsatz gingen in den Pandemiejahren 2020 und 2021 verloren. Landrat Rolf Keil, Vizepräsident des LTV, sagt: "Damit ist die Branche einer der hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche und wird langfristig mit den Auswirkungen zu kämpfen haben. Experten rechnen mit mindestens drei weiteren Jahren. Die Eigenkapitaldecke vieler Tourismusbetriebe wird zunehmend kleiner, die Abwanderung von Arbeits- und Fachkräften hält an. Umso mehr gilt unser Respekt und unsere Anerkennung den über 190.000 Gastgeberinnen und Gastgebern im Freistaat, die nicht aufgeben, nach vorn blicken und neue Ideen und Geschäftsmodelle entwickeln – mit Mut, Ideenreichtum, Klugheit und Unternehmergeist."


Ausblick 2022

Die zentrale Aufgabe für das Jahr 2022 ist die Stabilisierung der Tourismusbranche, so die Verantwortlichen. LTV-Vizepräsident Keil zufolge liegt der Fokus auf Themen wie Digitalisierung, Nachwuchsgewinnung, Unternehmensnachfolge und Nachhaltigkeit. Zudem betont er, dass der sächsische Tourismus von Bund und Land unterstützt werden muss, um die Unternehmen sowie Tourismusorte und -organisationen zu erhalten und zu stärken. Durch entsprechende Maßnahmen soll an die touristischen Erfolge von 2019 angeknüpft werden.

Die TMGS plant großangelegte Kampagnen für den deutschen und den grenznahen Markt sowie für die europäischen Nahmärkte. Der neue Webauftritt www.sachsen-tourismus.de, der am 19. Januar 2022 zusammen mit der neuen Tourismusdatenbank gestartet wurde (PUBLIC MARKETING berichtete), soll dabei helfen.

Mit Blick auf die Zukunft ergänzt Keil: "Für den weiteren Verlauf des Jahres 2022 ist entscheidend, dass die Branche umgehend eine verlässliche Perspektive - mit Planbarkeit und entsprechendem Vorlauf - erhält. Die vorgeschlagenen Öffnungsschritte gehen in die richtige Richtung, doch zählt für die Branche jeder Tag. Die sächsischen Touristiker haben mit Hygienekonzepten, Kontaktnachverfolgung und innovativen Schutzmaßnahmen in den letzten Monaten gezeigt, wie sicheres Reisen möglich ist. Sie stehen bereit, endlich wieder Gäste aus nah und fern zu empfangen und mit sächsischer Gastfreundschaft zu überzeugen."

 

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