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Der Digital-Index untersucht den digitalen Wandel in der deutschen Gesellschaft – Foto: Initiative D21 e. V.

Studie

Digitalisierungsgrad in Deutschland mit leichten Aufschwung

Das Berliner Netzwerk Initiative D21 e. V. hat den D21-Digital-Index für die Jahre 2021/2022 mit dem Schwerpunkt digitale Nachhaltigkeit veröffentlicht. Demnach nutzen insgesamt 91 Prozent der deutschen Bevölkerung das Internet. Der Digitalisierungsgrad Deutschlands steigt somit um drei Punkte auf 63 von 100 möglichen Punkten. Der Wert setzt sich aus vier Komponenten zusammen: Zugang zur Digitalisierung, Nutzungsverhalten in der digitalen Welt, digitale Kompetenz und Offenheit gegenüber der Digitalisierung. Bei den Aspekten Zugang, Nutzungsverhalten und Kompetenzen ist ein Anstieg zu erkennen, während die Offenheit leicht sank.

Der Digitalisierungsgrad misst den Umgang der Gesellschaft und der einzelnen Gruppen mit dem digitalen Wandel. Die Ergebnisse der Analyse machen deutlich, dass der Digital-Index von dem Alter, dem Bildungsgrad und der Erwerbstätigkeit abhängig ist. Mit zunehmendem Bildungsgrad steigt auch der Digitalisierungsgrad des Menschen. Auch für Berufstätige ist der Wert höher. Die Generationen ab 1966 weisen mit einem durchschnittlichen Wert von 72 Punkten eine höhere digitale Affinität auf als Menschen, die vor dem Jahr 1966 geboren wurden. Insbesondere die Jahrgänge bis 1945 befinden sich mit 27 Punkten weit unter dem durchschnittlichen Wert. Außerdem kommen die Studienintiatoren zu dem Ergebnis: Männer liegen mit 66 Punkten leicht vor den Frauen (60 Punkte).

Dr. Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), sagt: "Positiv ist, dass der Digitalisierungsgrad weiter angestiegen ist. Erstmals sind mehr als 90 Prozent der Menschen in Deutschland online. Auch bewegt sich mittlerweile knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung äußerst souverän in der digitalen Welt. 15 Prozent stehen aber nach wie vor im digitalen Abseits. Dies sollte uns Ansporn genug sein, die digitale Bildung weiter auszubauen und damit Zugang und Teilhabe weiter zu stärken."

Fokus auf Nachhaltigkeit und Arbeitsmarkt

Zudem setzten sich die Verantwortlichen der Analyse mit dem Thema digitale Nachhaltigkeit auseinander: Rund ein Drittel der Befragten gaben an, dass die Umwelt durch die Digitalisierung eher positiv beeinflusst wird. Ein weiteres Drittel schätzen die Auswirkungen auf die Umwelt eher negativ ein. 33 Prozent sehen die größte Chance für eine nachhaltige Digitalisierung in den Bereichen Wissenschaft und Technologien. Auch das individuelle Verhalten spielt laut den Befragten eine wichtige Rolle im Bereich des Umweltschutzes. Politische und wirtschaftliche Regulierungen sind für die Teilnehmer*innen eher zweitrangig.

Des Weiteren wird auch auf dem Arbeitsmarkt das Thema Digitalisierung zunehmend wichtiger. 79 Prozent der Befragten glauben, dass digitale Grundkenntnisse für die Arbeit wichtig sind. Allerdings denken nur 34 Prozent, dass die Schulen ausreichende Kenntnisse vermitteln. Generell befindet sich Deutschland der Studie zufolge auf einem mittleren Niveau an digitalen Kompetenzen. Eine Basis an Fähigkeiten ist über alle Bevölkerungsgruppen vorhanden, aber komplexe Kenntnisse sind nur gering ausgeprägt. Das liege unter anderem an den fehlenden Fort- und Weiterbildungsangeboten durch die Arbeitnehmer*innen. So müssten sich Beschäftigte die Kompetenzen entweder selbst aneignen oder das soziale Umfeld um Hilfe bitten.

Große Herausforderung: Desinformation

Obwohl die Mehrheit angibt, von der Digitalisierung zu profitieren (59%), bietet die digitale Welt auch einige Nachteile. Ein wichtiges Thema der vergangenen Jahre: Fake News. Knapp die Hälfte der Befragten denken, dass sie Desinformationen im Internet erkennen. Insbesondere auf Social Media, das von rund 82 Prozent der Teilnehmer*innen genutzt wird, können Falschinformation verbreitet werden. Darüber hinaus sehen 28 Prozent in der Digitalisierung eine Gefahr für die Demokratie.

Die Strukturbefragung des aktuellen D21-Digital-Index umfasst knapp 18.000 Teilnehmende. Die Befragung wurde von August 2020 bis Juli 2021 durchgeführt. Bei der Vertiefungsbefragungen im Juli 2021 standen rund 2.000 Menschen zur Verfügung. Die Daten wurden durch computergestützte persönlich-mündliche Interviews (CAPI) erhoben. Der D21-Digital-Index erscheint seit 2013 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in Berlin gefördert. Für die Umsetzung der Befragung ist die Katar GmbH, München, verantwortlich.

 
 

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