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Frauendezernentin Rosemarie Heilig (li.) und Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats, setzen sich mit der Plakatkampagne für eine geschlechtergerechte Arbeitswelt ein – Foto: Stadt Frankfurt am Main / Stefanie Kösling

Frauendezernat Frankfurt startet Plakatkampagne zur Geschlechtergerechtigkeit

Das Frauendezernat in Frankfurt am Main plant zusammen mit dem städtischen Frauenreferat im Rahmen der Equal-Care-Initiative eine Plakatkampagne unter dem Motto "Schließt die Lücke". Die Initiative setzt sich für eine besser Wertschätzung der Fürsorgearbeit und eine faire Verteilung dieser zwischen den Geschlechtern ein. Den Startschuss der Kampagne bildet der Equal-Care-Day am 1. März 2022. Bis zum 10. März 2022 werden vier Plakatmotive auf mehr als 600 Litfaßsäulen und in U-Bahn-Stationen im Frankfurter Stadtgebiet ausgespielt.

Hintergrund der Marketingmaßnahmen sind die Forderungen einer Lohngerechtigkeit, einer besseren Bezahlungen von sogenannten "Frauen"-Berufen, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine geschlechtergerechte Verteilung der Fürsorgearbeit. In Frankfurt am Main verdienen laut der Bundesagentur für Arbeit Frauen in einzelnen Bereichen trotz gleicher Qualifikation in Vollzeit rund 950 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen.

Lohngleichheit in Deutschland ist ein wichtiges Thema der vergangenen Jahre: Frauen übernehmen den Großteil der unbezahlten Fürsorgearbeit, arbeiten eher in Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit zum Beispiel aufgrund von Schwangerschaften. Dadurch steigen die finanzielle Abhängigkeit und die Gefahr der Altersarmut. Im Jahr 2022 wird die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern der Bertelsmann Stiftung zufolge knapp 18 Prozent betragen. Dies entspricht 66 Tagen an unbezahlter Arbeit, die Frauen leisten. Dementsprechend fällt der diesjährige Equal-Pay-Day auf den 7. März 2022 – 66 Tage nach Jahresbeginn.

Rosemarie Heilig, Frauendezernentin der Stadt Frankfurt, sagt: "Die Lohnlücke und die ungleich verteilte Sorgearbeit hängen unmittelbar zusammen. Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken: Care-Arbeit und soziale Arbeit müssen aufgewertet und angemessen bezahlt werden. Lohngerechtigkeit und faire Verteilung der Sorgearbeit gehen uns alle an."

Gabriele Wenner, Leiterin des städtischen Frauenreferats, ergänzt: "Geschlechtergerechte Bezahlung ist längst überfällig. Gründe und Ursachen für die anhaltenden Ungleichheiten sind seit Jahren bekannt: Lohndiskriminierung, strukturelle Benachteiligungen, festgefahrene Rollenmuster. Es ist beschämend, dass sich in so vielen Jahren in Deutschland so wenig geändert hat. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss endlich Realität werden."


 

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