Mehrheit der Deutschen skeptisch gegenüber KI-Technologie
Die Omnicom Media Group Germany GmbH (OMD) in Düsseldorf veröffentlicht zum dritten Mal die Studie "The Retail Revolution: Magic is Easy, Utility is hard.". Die aktuelle Analyse untersucht den Einfluss der künstlichen Intelligenz (KI) auf das Einkaufsverhalten von Menschen. Die Agentur widmet sich Fragen nach den Vorteilen intelligenter Technologien, den beliebtesten Gadgets der Konsument*innen, dem Einsatz von KI und welche Hürden dabei bestehen. Der Fokus liegt dabei auf der Offenheit der Menschen gegenüber digitalen Angeboten und inwiefern diese genutzt und akzeptiert werden.
Insgesamt denken 46 Prozent der Deutschen und 65 Prozent der weltweit Befragten, dass KI ihr Leben einfacher macht. Damit ist der deutsche Wert deutlich geringer als im internationalen Vergleich. Diese Beobachtung wird auch im weiteren Verlauf der Studie deutlich: Während 62 Prozent der Teilnehmenden aus dem Ausland angeben, dass ihr Einkauf durch die KI erleichtert wird, sind es in Deutschland lediglich 39 Prozent. Zudem wird das reale Kauferlebnis mit der KI von nur 38 Prozent der deutschen Befragten als verbessert eingeschätzt (weltweit: 52%). 36 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die KI Bezahlvorgänge vereinfacht und den Einkaufsprozess beschleunigt (im Vergleich zu 55 Prozent der weltweiten Teilnehmer*innen).
Auch nach dem Vertrauen wurde gefragt: Knapp die Hälfte der Befragten aus Deutschland vertraut Unternehmen und Marken nicht, die KI-Services anbieten (weltweit: 41%). Den Verantwortlichen der Studie zufolge ist die Hauptursache dafür die fehlende Transparenz der Unternehmen und Marken, wozu die Daten geteilt werden sollen. Die Studie zeigt, dass der Anteil der Deutschen, die ihre Daten freigeben gering ist: 23 Prozent der deutschen Teilnehmenden teilen eher Daten wie Präferenzen, Lieferinformationen, Alter und so weiter mit Unternehmen, denen sie vertrauen (weltweit: 41%). Lediglich 16 Prozent teilen Bewegungsdaten, um personalisierte Empfehlungen zu erhalten (weltweit: 38%).
Eine ähnliche Verteilung wird auch bei der Frage deutlich, inwiefern persönliche Daten für einen begrenzten Zeitraum oder mit dem Staat geteilt werden, um relevante Angebote und Erlebnisse zu bekommen (Deutschland: 18%-23%, weltweit: 36%). Das Vertrauen in die KI ist dabei abhängig vom Alter: Jüngere Generationen wie Gen Z oder Millennials haben meist ein höheres Vertrauen als ältere Generationen.
Petra Slomke, Director Commerce bei OMD Germany, erklärt: "Verstehen die Menschen den Nutzen des Teilens ihrer Daten und erhalten einen klaren und greifbaren Mehrwert, sind sie gerne bereit, Daten herzugeben. Mangelndes allgemeines Vertrauen, mangelnde Vertrautheit mit KI und das generelle Unbehagen, Daten zu teilen, sind also die Hauptgründe, warum Befragte KI-Interaktionen nicht attraktiv finden. Diese Vertrauenslücke gilt es zu schließen."
Digitale Sprachassistenten können überzeugen
Trotz der hohen Skepsis auf deutscher Seite konnten vor allem digitale Assistenten bei den Teilnehmenden punkten. 71 Prozent der Befragten aus Deutschland, Großbritannien und Spanien gaben an, im Jahr 2021 einen Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant ausprobiert zu haben. Für die Zukunft erhoffen sich die Teilnehmer*innen von der KI Gesundheits- und Sicherheitsfeatures in größerem Umfang sowie mehr Produktbewertungen und Vorort-Empfehlungen im Geschäft.
Die aktuelle Online-Befragung fand vom 11. bis 27. Mai 2021 statt und wurde von dem Global Web Index aus London (UK) umgesetzt. Insgesamt nahmen über 4.200 Internetnutzende zwischen 16 und 64 Jahren aus den Ländern USA, UK, Spanien, Deutschland, China und Australien an der Umfrage teil. Zu den untersuchten intelligente Technologien gehörten digitale Assistenten, Bildsuchfunktionen, Lautsprecher, TV-Geräte, Beleuchtung, Thermostate, Hausüberwachung/Sicherheit und tragbare Geräte.
Sophie-Marie Jahn 02.03.2022










