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Nachdem der Radtourismus 2020 deutlich eingebrochen ist, verzeichnet das Jahr 2021 einen leichten Anstieg – Foto: ADFC/April Agentur

4 Millionen Radreisende im Jahr 2021

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) mit Sitz in Berlin hat die Radreiseanalyse 2022 veröffentlicht: Demnach haben 2021 ungefähr vier Millionen Menschen eine Radreise – eine Tätigkeit mit mindestens drei Übernachtungen – unternommen (2020: 3,5 Mio., 2019: 5,4 Mio.). Die Reisedauer betrug im Durchschnitt 6,6 Übernachtungen. Die Zahl der Menschen, die mindestens einen Tagesausflug mit dem Fahrrad realisiert haben, stieg um 35 Prozent auf rund knapp 41,6 Millionen (2020: 31 Mio.). Der ADFC registrierte um die 441 Millionen Tagesausflüge mit einer durchschnittlichen Strecke von 43 Kilometern im Jahr 2021. Insgesamt fahren 82 Prozent der deutschen Bevölkerung gelegentlich bis regelmäßig mit dem Rad.

Auch die ausschlaggebenden Punkte bei der Planung von Tagesausflügen wurden bei der Umfrage erfasst. Eine zentrale Komponente nimmt dabei die Infrastruktur ein: Für 70 Prozent der Befragten ist eine gute Befahrbarkeit der Radwege entscheidend. 66 Prozent verweisen auf eine verlässliche Verkehrssicherheit. Zu den weiteren Aspekten gehören Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke (57 %), ein gastronomisches Angebot (40 %), eine leichte Streckenführung (29 %), die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV (22 %), die thematische Routen-Gestaltung (20 %) sowie eine anspruchsvolle Topographie mit hügeligen Abschnitten (12 %).

Ähnliche Organisationspunkte gaben die Befragten bei den Radreisen an. Allerdings spielte bei diesen neben der Infrastruktur auch das touristische Angebot eine entscheidende Rolle: 71 Prozent der Studienteilnehmenden sind Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke wichtig. Anschließend folgen die Aspekte der Verkehrssicherheit (70 %) und die Befahrbarkeit der Radwege (66 %). Zudem wünschen sich 61 Prozent fahrradfreundliche Unterkünfte entlang der Route. Die Punkte gastronomisches Angebot (48 %), Erreichbarkeit mit dem ÖPNV (37 %), leichte Topographie (32 %), thematische Gestaltung der Route (30 %), anspruchsvolle Strecke (17 %) und die Services rund um das Rad wie Ladestationen oder eine Werkstatt (13 %) wurden ebenfalls genannt.

ADFC-Tourismusvorstand Christian Tänzler sagt: "Wir freuen uns sehr darüber, dass der Rad-Tourismus nach dem schwierigen Reisejahr 2020 wieder im Aufwind ist. Die aktuelle Radreiseanalyse zeigt ganz klar: Radfahren ist beliebt und zwar besonders dort, wo die Qualität der Radwege stimmt. Bei der Entscheidung für eine Radreise – aber auch für einen Tagesausflug – spielt die Infrastruktur eine zentrale Rolle. Hier wird deutlich, dass sich Investitionen in Radwege lohnen und Touristen anziehen. Aber gute Radwege steigern nicht nur die Attraktivität einer Region als Reiseziel, sondern bieten gleichzeitig den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort klimafreundliche Infrastruktur für den Alltag." Für das Jahr 2022 planen 68 Prozent der Befragten eine Radreise. 76 Prozent wollen diese in Deutschland verbringen.

Die meisten Radreisen wurden in den Monaten Juli, August und September verzeichnet. Die Hauptmotive für eine Radreise sind das Kennenlernen von Land und Menschen (80 %), die Aktivität im Urlaub (67 %) und das umweltfreundliche Reisen (52 %). 41 Prozent der Gäste bevorzugten die Anreise mit dem PKW, gefolgt von der Bahn (33 %) und dem Fahrrad selbst (17,5 %). Obwohl die Mehrheit der Befragten ein Trekking-Fahrrad (58 %) nutzt, gewinnt das E-Bike an Beliebtheit: 24 Prozent der Radtourist*innen haben sich 2021 ein neues Fahrrad gekauft – die Hälfte davon Elektrofahrräder. Damit steigt der Nutzungsanteil von E-Bikes am Gesamtumfang auf 42 Prozent (2020: 32 %, 2019: 29 %). Die Hauptgründe für die E-Bike-Nutzung sind, dass damit nun auch längere Strecken zurückgelegt (73 %) sowie anspruchsvollere Regionen befahren (53 %) werden können.


Radreisedestination Niedersachsen

Insgesamt haben 78 Prozent der Radreisenden ihren Urlaub in Deutschland verbracht. Am häufigsten wurde dabei die Reisedestination Niedersachsen besucht, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen. Auch auf der Beliebtheitsskala kann das niedersächsische Land punkten und landet auf Platz zwei, hinter Bayern und vor Mecklenburg-Vorpommern. Niedersachsen zeichnet sich durch ein diverses radtouristisches Angebot aus: Unter anderem umfasst es eine Radstrecke von 11.000 Kilometern und rund 35 verschiedenen Radfernwegen. Darüber hinaus sind die Radreiseregionen Uelzen und Wesermarsch von der ADFC zertifiziert.

Die Beliebtheit Niedersachsens wird ebenfalls bei den Fahrradregionen deutlich: Zu den populärsten Regionen gehören das niedersächsische Emsland und das Osnabrücker Land, die Mecklenburgische Ostseeküste sowie der Bodensee in Baden-Württemberg und Bayern. Zudem konnten die niedersächsischen Radfernwege punkten: Der Weser-Radweg und der Elberadweg gehören zu den beiden meist befahrenen Radfernwegen. Den dritten Platz hat sich der bayerisch-hessische MainRadweg gesichert. Dieser verzeichnet zusammen mit dem Fünf-Flusse-Radweg die höchste Zufriedenheit bei den Befragten.

Die ADFC-Radreiseanalyse erhebt seit 1999 jährlich deutschlandweit Daten zum Fahrradtourismus. Im Rahmen der aktuellen Studie wurden 10.300 Teilnehmer*innen bei einer Online-Umfrage von November bis Januar befragt. Als Unterstützer der Analyse fungierte der Online-Fachhandel fahrrad.de.

 

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