
Christoph Platz-Gallus ist künftig für den Kunstverein Hannover und dessen Aufgabenbereich verantwortlich – Foto: Matthias Völzke
Kunstverein Hannover erhält neue Führung
Christoph Platz-Gallus steht ab 2023 an der Spitze des Kunstverein Hannovers. Er ist der Nachfolger von Kathleen Rahn, die am 1. Februar 2022 die künstlerische Direktion am Museum Marta Herford übernahm. Der Kunsthistoriker Platz-Gallus konnte das Auswahlgremium in einem mehrstufigen Verfahren von sich überzeugen. Dieses setzte sich aus drei Mitgliedern des Vorstands und zwei Beiratsvertreter*innen des Kunstverein Hannovers sowie drei externen Fachjuror*innen zusammen.
Platz-Gallus betont bei seiner Vorstellung die Bedeutung des Kunstverein Hannovers: "Angesichts drängender geopolitischer Fragen, die sich infolge von Pandemien, Kriegen und ökologischem Kollaps stellen und die die Notwendigkeit von Solidarität in den Vordergrund rücken, braucht die Kunst Räume und Menschen, die ihren Machern Raum zum Handeln geben. Der Kunstverein mit seiner mehr als 200-jährigen Geschichte der kollektiven Förderung künstlerischer Praxis und seines Engagements für die Gemeinschaft ist als Modell aktueller denn je. Denn Kunst wird gerade dann systemrelevant, wenn sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist – das wollen wir gemeinsam versuchen zu erreichen. Ich freue mich sehr darauf."
Der zukünftige Kunstvereinsdirektor studierte Kunstgeschichte und vergleichende Literaturwissenschaft. Im Laufe seiner Karriere konnte er diverse Erfahrungen sammeln, unter anderem bei der Umsetzung von internationalen Ausstellungs- und Biennale-Formaten. Platz-Gallus legt den Fokus seiner Arbeit auf ortsspezifische Recherchen, kollaborative Ansätze und spartenübergreifende Konzepte. Zu seinen Referenzen gehören der Westfälische Kunstverein, die Kunsthalle Münster und die Skulptur-Projekte Münster 07. Zudem war Platz-Gallus Mitglied der Abteilung für Projektmanagement der Documenta 13, deren Vorstand er später übernahm, und leitete Ausstellungen in Athen sowie Kassel im Rahmen der Documenta 14. Darüber hinaus verantwortete er die Ausstellungsabteilung der Bergen Assembly 2013 in Norwegen. Seit 2018 führt Platz-Gallus die kuratorischen Belange des interdisziplinären Kunstfestivals Steirischer Herbst in Graz (Österreich). Parallel dazu lehrt er am Institut für Zeitgenössische Kunst an der Technischen Universität Graz. Zusätzlich fungiert der Kulturmanager als unabhängiger Berater für Kulturinstitutionen, darunter die Akademie der Künste der Welt in Köln, der Hamburger Verein Curating the City und das Museo de Arte Moderno in Medellín (Kolumbien).
Sophie-Marie Jahn 23.03.2022









