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In Zukunft möchten die Befragten die Option haben, sowohl im Büro als auch im Homeoffice zu arbeiten – Foto: Bitkom e. V.

9 von 10 Deutsche wollen Möglichkeit des Homeoffice

Der Digitalverband Bitkom e. V. hat sein Tochterunternehmen Bitkom Research, beide in Berlin, mit einer Studie zum Thema der Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt in Deutschland betraut. Im Rahmen einer Telefon-Umfrage im Januar und Februar 2022 wurden rund 1.500 erwerbstätige Deutsche ab 16 Jahren interviewt.

Demnach wollen künftig 88 Prozent der Befragten teilweise im Homeoffice arbeiten. Die Mehrheit möchte dennoch nicht auf einen festen Arbeitsplatz im Einzel- (80 %) oder Mehrpersonenbüro (69 %) verzichten. Für 58 Prozent kommt sogar ein Shared-Desk-Büro in Frage. Zu den beliebtesten Arbeitsorten außerhalb des Homeoffices und des eigenen Betriebs gehören die Ferienwohnung (59 %), ein fester Wohnort im Ausland (58 %) oder ein Co-Working-Space (58 %). Obwohl das Homeoffice sich zunehmender Beliebtheit erfreut, schätzen die Umfrage-Teilnehmer*innen ihre Produktivität (98 %) und Arbeitszufriedenheit (90 %) im Büro am höchsten ein. Darauf folgt das Homeoffice mit einem Wert von 90 Prozent bei der Produktivität und einer Zufriedenheit von 88 Prozent.


Das Homeoffice als fester Bestandteil

Insgesamt wünschen sich 71 Prozent der Erwerbstätigen ab 16 Jahren für die Zukunft die Option des mobilen Arbeitens. 56 Prozent vertreten sogar die Meinung, dass die Tätigkeiten dahingehend geprüft werden sollten, ob ein mobiles Konzept möglich ist. Knapp ein Drittel der Befragten (34 %) möchte gelegentlich mobil arbeiten. 30 Prozent haben den Wunsch, zumindest einen Tag in der Woche im Homeoffice zu arbeiten. Weitere 22 Prozent würden gerne mehrere Tage von zuhause aus arbeiten und zehn Prozent möchten ausschließlich im Homeoffice arbeiten. Auch bei Erwerbstätigen in Bereichen, die nur in Präsenz möglich sind, steigt der Wunsch nach mehr Flexibilität. Fast die Hälfte der Mitarbeitenden (44 %) in Präsenz-Jobs würde mobil arbeiten, wenn es möglich ist. 23 Prozent wünschen sich alternative Angebote zum mobilen Arbeiten wie zusätzliche Urlaubstage oder mehr Selbstbestimmung bei der Erstellung von Dienst- und Schichtplänen.

Aktuell haben 62 Prozent der Studienteilnehmer*innen eine Tätigkeit inne, die es ermöglicht, teilweise oder vollständig mobil zu arbeiten. Um die technische Ausstattung der mobilen Arbeitsplätze kümmert sich meist der Arbeitgeber. Diese stellen ihren Mitarbeitenden unter anderem Notebooks (67 %), Computer-Mäuse (29 %) oder Webcams (26 %) zur Verfügung. Möbel gehören in der Regel nicht zur Ausstattung. Lediglich sieben Prozent der Befragten erhielten einen Schreibtischstuhl und vier Prozent einen Schreibtisch. Zwölf Prozent gaben an, weder Technik noch Möbel erhalten zu haben. Zur Koordination des mobilen Arbeitens wurden bei 52 Prozent der Interviewten Regeln eingeführt, zum Beispiel hinsichtlich der Erreichbarkeit. 43 Prozent berichten von Plattformen, die zum Austausch innerhalb des Unternehmens bereitgestellt wurden. Diese enthielten Informationen, Leitfäden und Schulungen zu IT, Cyber-Sicherheit und Datenschutz. Zusätzlich wurden Teambuilding-Seminare und Weiterbildungen angeboten.

Der New-Work-Umfrage zufolge überwiegen die Vorteile des mobilen Arbeitens bei den Befragten. Dazu gehören weniger Stress (85 %), unter anderem aufgrund des wegfallenden Arbeitsweges, Zeitgewinn (82 %), eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (74 %) sowie eine zeitliche Flexibilität (62 %). An der Spitze der Nachteile steht der fehlende Austausch und Kontakt mit den Kolleg*innen (44 %). Gefolgt von der Herausforderung, das Privat- und Arbeitsleben voneinander abzugrenzen (27 %), und dem Gefühl, von wichtigen Informationen abgeschnitten zu sein (25 %). 26 Prozent der Teilnehmenden beschreiben ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Homeoffice, während drei Prozent nur Negatives berichten.


Pandemie als Treiber des Homeoffice

Als Hauptursache für die zunehmend positive Sichtweise auf die Digitalisierung der Arbeitswelt inklusive flexible Arbeitsformen und neue Modelle nennen die Erwerbstätigen die Corona-Pandemie: Unter anderem sehen aktuell 84 Prozent der Befragten in der Digitalisierung eine Chance für die eigene berufliche Situation – im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es nur 66 Prozent. Parallel dazu vertreten nur noch 14 Prozent die Meinung, dass die Digitalisierung eine Gefahr für die eigene berufliche Situation darstellt (2019: 32 %). Drei Argumente für die neuen flexiblen Arbeitsmodelle sind seitens der Teilnehmer*innen die freie Einteilung der Arbeitszeit, die individuelle Selbstbestimmung der Leistungs- und Lernziele sowie das Nachgehen einer sinnstiftenden Tätigkeit. Spricht sich jemand gegen das Konzept des Homeoffice aus, ist dies meist persönlicher, technischer oder organisatorisch-kultureller Natur. Zu den Gründen gehören dabei eine langsame oder fehleranfällige Internetverbindung, eine starke Präsenzkultur beim Arbeitgeber und der fehlende Austausch mit den Kolleg*innen.

Doch nicht nur die Arbeitsorganisation wandelt sich. Auch die Erwartungen an den Arbeitgeber verändern sich: Die Befragten erwarten, dass der Arbeitgeber künftig mehr gesellschaftliche Verantwortung übernimmt (91 %) und die Gleichstellung sowie Diversität im Betrieb fördert (92 %). Zudem scheint sich auch die Haltung einiger Arbeitgeber gewandelt zu haben: 79 Prozent der Teilnehmenden haben den Eindruck, dass ihr Arbeitgeber ihnen seit der Pandemie mehr vertraut und verstärkt auf Eigenverantwortung setzt. Darüber hinaus beobachten 74 Prozent eine größere Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Technologien.


 

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