Non-Fungible Tokens sind den Deutschen noch nicht geläufig
In den vergangenen Monaten wurde in diversen Medien über Non-Fungible Tokens (kurz: NFTs) berichtet. Vor allem in der Kunst- und Kulturszene scheinen die digitalen Echtheitszertifikate an Bedeutung zu gewinnen. Die Galerie Belvedere in Wien beispielsweise teilte das Gemälde "Der Kuss" von Gustav Klimt in 10.000 NFTs und gab diese zum Verkauf frei.
Allerdings sind Non-Fungible Tokens noch nicht so bekannt, wie von vielen angenommen. Das geht aus einer Umfrage des Berliner Digitalverbands Bitkom hervor, der 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt hat. Demnach haben 68 Prozent der Befragten noch nie etwas von NFT gehört oder gelesen. Nur jeder Zehnte (11 %) kennt den Begriff, kann damit aber nichts anfangen. Weitere sieben Prozent haben eine ungefähre Ahnung, was ein NFT ist, und fünf Prozent glauben, sie können den Begriff anderen erklären und wissen, was es damit auf sich hat.
Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten
Bitkom hat auch nach den Nutzungsmöglichkeiten gefragt. 67 Prozent der Teilnehmenden, die bereits von NFT gehört haben, gaben an, dass die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt. Jeder Fünfte (20 %) geht davon aus, dass sie bald im Alltag mit NFTs in Berührung kommen, etwa als digitales Wartungsprotokoll für Geräte oder als digitaler Eigentumsnachweis. Weitere 17 Prozent sagen, dass NFTs als langfristige Wertanlage dienen können, 16 Prozent glauben, dass man mit NFTs seine Verbundenheit zu einer Marke oder zu Kunstschaffenden zeigen kann.
"NFTs ermöglichen mit Hilfe der Blockchain-Technologie den dezentralen, unveränderlichen digitalen Nachweis, dass man etwas besitzt. Es kann sich dabei um digitale Werke handeln, aber auch der Fahrzeugbrief als digitaler Eigentumsnachweis für einen Pkw lässt sich als NFT abbilden", sagt Benedikt Faupel, Blockchain-Experte des Bitkom. "Für Künstlerinnen und Künstler können NFTs eine Möglichkeit sein, Originalwerke direkt an Interessierte zu verkaufen. NFTs bieten aber noch deutlich mehr Anwendungsmöglichkeiten, weil sie grundsätzlich jedem digitalen Gegenstand eine eindeutige Eigentümerin oder Eigentümer zuordnen können."
Zurückhaltung beim Kauf
Bislang hat von den Befragten noch niemand selbst NFTs gekauft – auch das ist ein Ergebnis der Bitkom-Umfrage. Aber 16 Prozent derjenigen, die bereits von NFT gehört haben, würden dies gerne tun – wissen allerdings nicht, wie das geht. Ein Viertel (25 %) von allen, die von NFT gehört haben, versteht nicht, wie sie funktionieren. Ein Fünftel (20 %) schreckt vor einem Kauf zurück, weil rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen unklar sind. Fast die Hälfte (49 Prozent) ist allerdings der Meinung, dass NFT ein Hype ist, der bald wieder verschwinden wird.










