
Deutscher Tourismusverband zieht Bilanz für 2021
Der Deutsche Tourismusverband
e. V. (DTV), Berlin, hat die Ausgabe "Zahlen-Daten-Fakten" für 2021 veröffentlicht. Demnach verzeichnete Deutschland im vergangenen Jahr ungefähr 96,8 Millionen Gästeankünfte (2020: 98,1 Mio., 2019: 190,0 Mio.). Davon waren 85,1 Millionen inländische und 11,7 Millionen ausländische Reisende. Die Gesamtzahl der Übernachtungen belief sich auf knapp 310,2 Millionen (2020: 302,3 Mio., 2019: 495,6 Mio.). Die Mehrheit der Übernachtungen wurde dabei von Tourist*innen aus Deutschland generiert (279,2 Mio.). Im Vergleich zu 2020 konnten zehn Bundesländer ihre Übernachtungszahlen im Jahr 2021 leicht steigern, darunter Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Die hochgerechneten Umsatzausfälle für 2021 betragen rund 58,9 Milliarden Euro. 31,7 Milliarden Euro entfallen auf den Übernachtungstourismus und 27,2 Milliarden auf den Tagestourismus.
Reiseziel Deutschland
Insgesamt wurden 2021 circa 55,1 Millionen Urlaubsreisen erfasst – das sind Reisen ab fünf Tagen Dauer. Die 47,8 Millionen deutschen Reisenden erzielten einen Umsatz von 56,9 Milliarden Euro. Die Mehrheit der Befragten verreiste ins Ausland (34,9 Mio.). Lediglich 20,2 Millionen Reisen verliefen innerhalb der deutschen Grenzen. Dennoch gehört Deutschland weiterhin zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen (37 %) – gefolgt von den Ländern Spanien (11,4 %) und Italien (8 %). Die beliebtesten deutschen Destinationen waren Bayern (18,7 %), Mecklenburg-Vorpommern (17,2 %) und Schleswig-Holstein (15,7 %).
Auch die Reiseziele für einen innerdeutschen Kurztrip (37,8 Mio.) werden von dem Freistaat Bayern angeführt (16,5 %). Auf Platz zwei und drei liegen Nordrhein-Westfalen (11,6 %) und Berlin (10,4 %). Generell entfielen 84,5 Prozent der 44,7 Millionen geplanten Kurzreisen auf die Bundesrepublik. Im Jahr 2021 umfasste die Zahl der deutschen Kurzurlauber*innen rund 28,3 Millionen, die nahezu 15,4 Milliarden Euro im Rahmen ihres Trips ausgaben.
Das Auto dominierte mit 78 Prozent die Liste der Transportmittel, die für die Anreise genutzt wurden. Elf Prozent der Befragten nutzten die Bahn und sechs Prozent das Wohnmobil. Bei der Unterkunftsart liegt das Hotel (39 %) auf dem ersten Platz – vor der Ferienwohnung (27 %) und der privaten Unterkunft (10%). Die beliebtesten Urlaubsaktivitäten waren unter anderem der Aufenthalt in der Natur (66 %) und der Besuch von Sehenswürdigkeiten (60 %).
Stadt- und Geschäftstourismus
Städte- und Geschäftsreisen haben unter der Covid-19-Pandemie stark gelitten. Diese Auswirkungen zeigt ebenfalls die aktuelle DTV-Studie: Die Zahl der Geschäftsreisenden ging 2021 um 19 Prozent auf 8,3 Millionen zurück (2019: 10,2 Mio.). Auch die Reisen und die damit verbundenen Ausgaben weisen einen Rückgang von 64 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 auf. Im Jahr 2021 fanden 28 Millionen Reisen aus geschäftlichen Gründen statt und erzeugten Ausgaben in Höhe von 17 Milliarden Euro. Allerdings scheint der Ausblick auf die kommende Zeit optimistisch zu stimmen: Die Mehrheit der Teilnehmer*innen bevorzugt weiterhin Geschäftsreisen gegenüber digitalen Alternativen wie einer Videokonferenz.
Darüber hinaus ist das Potenzial von Städtereisen ausbaufähig: 48 Prozent der Befragten beabsichtigen zunächst oder auf absehbare Zeit, erst einmal keine Städtereise zu unternehmen. Ein weiteres Drittel möchte überhaupt keinen Städtetrip durchführen. Nur 20 Prozent der Teilnehmenden plant derzeit eine Städtereise oder hat bereits eine gebucht. Die Top-Drei-Motive für einen solchen Trip sind der Besuch von Sehenswürdigkeiten (76 %), das Eintauchen in die Stadtkultur (45 %) und das kulinarische Angebot (42 %).
Trends im Tourismus
Um Geschäfts- und Städtereisen attraktiv zu gestalten, spielt die Tourismusakzeptanz in den Regionen eine zunehmend wichtige Rolle. Mitarbeitende in den Destinationen sehen diese von großer Relevanz für die strategische Ausrichtung und in der operativen Arbeit der jeweiligen Leistungsträger. Des Weiteren wird die Tourismusakzeptanz verstärkt vom Innenmarketing der Gebiete betrachtet. Um die Akzeptanz für den Tourismus zu steigern, ergreifen die Verantwortlichen Maßnahmen wie eine branchenübergreifende Entwicklung von Tourismuspotenzialen und erstellen Aufklärungskampagnen sowie Informationsmaterial.
Die DTV-Ausgabe "Zahlen-Daten-Fakten" vereint Informationen aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören Studien des Deutschen Tourismusverbandes selbst, aber auch von der dwif-Consulting GmbH, München, des Deutschen Instituts für Tourismusforschung, Heide, des Marktforschungsinstituts GfK SE, Nürnberg, des Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., Kiel, und des Statistischen Bundesamts, Wiesbaden.
Sophie-Marie Jahn 06.05.2022










