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(v.l.) Haakon Herbst, Inhaber des Hotels Friends Zollverein in Essen, Mario Schiefelbein, Geschäftsführer Bochum Marketing, RTG-Geschäftsführer Axel Biermann, Christin Scheffer, RTG-Mitarbeiterin im Bereich Marketing und Phil vom Café Stüh33 in Bochum präsentieren die neue Tourismusstrategie für das Ruhrgebiet – Foto: Ruhr Tourismus GmbH

Ruhr Tourismus setzt auf "Alles neu"-Strategie

Der Tourismus steht diversen Entwicklungen und Veränderungsprozessen gegenüber, beispielsweise aufgrund der Covid-19-Pandemie. Die touristischen Player müssen sich diesen Veränderungen anpassen und die Potenziale nutzen, die aus den Wandlungsprozessen entstehen. Im Zuge dessen hat es sich die Ruhr Tourismus GmbH (RTG), Oberhausen, zur Aufgabe gemacht eine neue Tourismusstrategie zu entwickeln. Zunächst führte die RTG einen Strategieprozess und eine Analyse der Wettbewerbssituation durch. Das Ergebnis der Untersuchung: Das Ruhrgebiet ist keine tradierte Städtedestination und noch relativ unbekannt – trotz der internationalen Bauausstellung Emscher Park und des Projektes "RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas", welches der Stadt Essen den Titel "Europäische Kulturhauptstadt" einbrachte. Dennoch weist die Metropole Ruhr ein touristisches Entwicklungspotenzial auf, das durch eine neue Tourismusstrategie ausgeschöpft werden soll.

Der Prozess der Tourismusstrategie 2022, die in Kooperation mit lokalen, regionalen und Institutionen auf Landesebene entstand, startete im Jahr 2020 und orientiert sich an der Landestourismusstrategie Nordrhein-Westfalens (NRW). Ein weiterer Impuls bei der Entwicklung ist die im Rahmen des Förderprojekt "Metropole Ruhr: Digitale Modelldestination NRW" entwickelte Content-Datenbank und der regionale Datenhub. Diese verdeutlichen die Bedeutung einer Vernetzung des regionalen touristischen Angebots auf digitaler Ebene für die Marke "Metropole Ruhr".

Der Fokus liegt daher auf dem Zusammenspiel unterschiedlicher Kräfte und Akteurinnen sowie Akteure, der Regionalität und der Digitalisierung. Dadurch soll vor allem eine junge und digitale Zielgruppe, das Milieu der Expeditiven, angesprochen und vom Ruhrgebiet überzeugt werden. Dementsprechend stehen die geplanten und teilweise bereits umgesetzten Maßnahmen unter dem Motto "Alles neu". Dazu gehören ein neues Corporate Design, eine Homepage als Web-App und Bildmaterial, welches in dem digitalen Reiseführer "reisekumpel.ruhr" zum Einsatz kommt. Der Tourguide, der sich sowohl an Einheimische als auch an Reisende richtet, ist derzeit in einer Basisversion ohne dynamische Reiseplanung verfügbar. Die finale Version geht im August 2022 online. Zudem werden die Inhalte künftig in die vier Themenwelten "Kreativ von hier", "Zusammen auf Trallafitti", "Echt fotogen!" und "Anne frischen Luft" unterteilt, um die Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppe zu erfüllen.

Neben der bereits genannten Zielgruppe der Expeditiven richtet sich die Strategie ebenfalls an die Sinus-Milieus der Adaptiv-Pragmatischen im Bereich des Aktivtourismus und der RUHR.TOPCARD sowie der Post-Materiellen im Bereich Kultur. Ziel bei diesen Gruppen ist es, die Region Ruhr sichtbar zu machen und ihre Relevanz als urbane Destination zu erhöhen, unter anderem in Online-Formaten. Ruhr Tourismus produziert dabei zielgruppenspezifische Inhalte, die den touristischen Partnern als Open-Data-Content zur Verfügung gestellt werden.

RTG-Geschäftsführer Axel Biermann erklärt: "Die neue Tourismusstrategie bringt uns unserem Ziel und unserer Vision ein großes Stück näher. 2030 möchten wir sagen können: Das Ruhrgebiet ist die kreative, offene und freundschaftliche Stadt der Städte. Damit sind wir genauso touristisch attraktiv und erfolgreich wie die Trendsetter der europäischen Kreativ-Destinationen."

Die Strategie wird durch das Förderprojekt der Europäischen Union, Brüssel, "Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe" (REACT-EU) finanziert. Dieses leistet Aufbauhilfe, um den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Covid-19-Pandemie entgegenzuwirken. Das Land NRW erhält im Rahmen dessen 400 Millionen Euro, davon kommen 15,5 Millionen Euro dem Tourismus-Neustart zugute. Die RTG erhält insgesamt 2,5 Millionen Euro aus dem Fördertopf.


 

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