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Homeoffice-Nutzung steigt auf 35 Prozent

Die Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, Berlin, hat im Auftrag der Hamburger Stiftung "Lebendige Stadt" eine Umfrage rund um das Thema Homeoffice durchgeführt. Dabei wurden 1.002 Erwerbstätige ab 18 Jahren in Deutschland im Zeitraum vom 8. April bis 18. April 2022 befragt.

Der Studie zufolge stieg die Homeoffice-Quote im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. 35 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nach der Covid-19-Pandemie mindestens einmal in der Woche von zuhause arbeiten werden – vor der Pandemie waren es lediglich 24 Prozent. Die Homeoffice-Nutzung ist dabei abhängig von Geschlecht, Alter, der Stadtgröße und ob die Person aus West- oder Ostdeutschland kommt: Männer, Westdeutsche, ältere Personen und Einwohner*innen von Städten mit einer Bevölkerungszahl von mehr als 500.000 sind eher im Homeoffice tätig. Dennoch werden 63 Prozent der Teilnehmenden weiterhin nicht auf die Option des Homeoffice zurückgreifen (Vor-Corona-Zeit: 75%). Die Mehrheit wird auch nach der Pandemie mindestens einmal in der Woche von ihrer Arbeitsstätte aus agieren. Die Zahl der Erwerbstätigen, die vollständig von zuhause aus arbeiten, blieb konstant bei acht Prozent.

Alexander Otto, Gründer und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung "Lebendige Stadt", erklärt: "Die Umfrageergebnisse zeigen, dass hybrides Arbeiten bei dafür geeigneten Tätigkeiten die Zukunft bestimmt. Die Möglichkeiten der modernen Technik werden genutzt. Gleichzeitig bleiben aber der persönliche Austausch und gruppendynamische Prozesse auch weiterhin wichtig. Arbeitgeber müssen im Wettbewerb um Talente daher zunehmend auch zum Gastgeber werden und die Bürowelten durch Co-Working-Areas, Meetingräume und soziale Gemeinschaftsflächen an die veränderten Anforderungen anpassen."

Ein Vorteil des Homeoffices, den die Analyse betrachtet, ist der Wegfall des Arbeitsweges und die damit verbundene Zeitersparnis. 70 Prozent der Erwerbstätigen gaben an, diese gewonnene Zeit für Freizeitaktivitäten zuhause zu nutzen. Einige Teilnehmer*innen erwähnten ebenfalls, dass sie mit der zusätzlichen Zeit Aktivitäten in der nächstgelegenen Stadt ausüben (19 %) oder im stationären Handel einkaufen gehen (17 %).

Für die Mehrheit der Befragten kommt ein Umzug aufgrund der Homeoffice-Möglichkeit nicht infrage (89 %). Lediglich elf Prozent überlegen, den Wohnort zu wechseln, wobei acht Prozent einen Umzug weiter weg vom Stadtzentrum auf das Land oder in eine kleinere Stadt bevorzugen.

Otto erläutert: "Frequenzen, die den Innenstädten durch vermehrte Homeoffice-Arbeit verloren gehen, können durch gesparte Zeit beim Arbeitsweg für Freizeitaktivitäten kompensiert werden. Der Einzelhandel und die Gastronomie können dadurch profitieren, müssen dazu aber gegebenenfalls mit einer Verschiebung der Ladenöffnungszeiten in den Abend hinein reagieren. Deutlich wird an den Umfrageergebnissen auch, dass die verstärkten Nutzungsmöglichkeiten von Homeoffice zu keiner Stadtflucht ins Umland führen wird. Das ist eine gute Nachricht für die Urbanität unserer Innenstädte."

 

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