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Der Global Consumer Survey von Statista umfasst Umfrageergebnisse aus 55 Ländern. Der Fokus der Studie lag dabei explizit auf Deutschland, den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich – Foto: Messe Berlin GmbH

Steigende Relevanz von Klimaschutz bei Reisen

Eine Studie des Deutschen Umweltbundesamtes rund um das Umweltbewusstsein im Jahr 2020 kam zu dem Ergebnis, dass Umwelt- und Klimaschutz für 65 Prozent der Deutschen wichtig ist. Die Mehrheit der Befragten sah das menschliche Handeln als Hauptursache für den Klimawandel. Diese zunehmende Bedeutung der Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz beeinflusst ebenfalls das Reiseverhalten der Menschen.

Die globale Reisewirtschaft umfasst laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandproduktes und generiert zehn Prozent aller Arbeitsstellen auf der Welt. Zudem würden sieben Prozent der internationalen Exporte auf die Tourismusbranche zurückfallen. Dem UNEP zufolge ist der Tourismus für fünf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, insbesondere in den Bereichen Verkehr und Transport. Der Flugverkehr verursacht dabei 40 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Ausstöße – gefolgt vom Auto (32 %). Bahn- und Busreisen verantworten lediglich drei Prozent der CO2-Emissionen.


Eine nachhaltige Reisegestaltung

Der Frage, wie Menschen ihr Reiseverhalten nun entsprechend der Nachhaltigkeit und des Umweltbewusstseins gestalten, widmete sich der Global Consumer Survey (GCS) von Statista, Hamburg, im Auftrag der Fachmesse ITB Berlin. Im Rahmen der in 55 Staaten durchgeführten Umfrage wurden bis zu 60.000 Menschen pro Land befragt. Der Fokus der Analyse lag auf Deutschland, den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel zwar ein Bewusstsein für nachhaltiges und umweltfreundliches Reisen schafft, aber die Reiselust nicht bremst. Vielmehr wird die Art und Weise, wie Urlaub gemacht wird, beeinflusst. Dazu gehört zum Beispiel die Vermeidung von Flügen.

Insgesamt bewirkt der Klimawandel bei 65 Prozent der Reisenden in Deutschland Veränderungen im Reiseverhalten. 24 Prozent der deutschen Tourist*innen haben selbst schon einmal ihre Pläne für eine Auslandreise aufgrund des Umweltschutzes verändert. Nur sechs Prozent der Deutschen, die 2022 keinen Urlaub planen, gaben als Grund für diese Entscheidung den Umweltschutz an. 70 Prozent der deutschen Teilnehmenden möchten im Jahr 2022 eine Auslandsreise unternehmen.

Bei der Gestaltung einer umweltfreundlichen Reise spielen neben dem Verkehr und Transport auch die Müllvermeidung (48 %), der sparsame Umgang mit Ressourcen (40 %) und die faire Bezahlung des Personals am Urlaubsort (39 %) eine wichtige Rolle bei den deutschen Studienteilnehmer*innen. Das Potenzial für umweltbewusstes Reisen zeigt sich in allen dreien der explizit untersuchten Märkten (Deutschland, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika): Über 40 Prozent der Teilnehmenden zeigten sich bereit, bei nachhaltigen Reiseveranstalter*innen zu buchen. Rund 36 Prozent würden dafür auch einen Aufpreis zahlen. Allerdings haben nur 19 Prozent dies in den vergangenen beiden Jahren auch umgesetzt. Nachhaltige Reiseanbieter*innen und -möglichkeiten, wie der Forum Anders Reisen e.V. sowie die Reiseunternehmen Gebeco und Intrepid Travel, sind dabei losgelöst von der Art der Unterkunft und des Urlaubs.

Rika Jean-François, CSR Beauftragte bei der ITB Berlin, erklärt: "Jeder Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zählt. So kann durchaus auch eine All-inclusive-Anlage verantwortlich und nachhaltig geführt werden, wenn sie beispielsweise ein gescheites Müll- und Wassermanagement vorweist, nachhaltige Energie und lokal produzierte Lebensmittel nutzt und auch die Angestellten aus der Region kommen – das Management sollte aber dahinterstehen. Heute heißt es nicht mehr entweder oder: Kund:innen müssen sich nicht mehr zwischen 'preisgünstig' oder 'ethisch korrekt' reisen entscheiden, da es immer mehr Anbieter:innen gibt, die Nachhaltigkeit in ihrem Produktportfolio etablieren, ohne die Preise anzuziehen. Es ist eine Investition in die Zukunft." Des Weiteren benennt Jean-François die Zertifizierung von umweltbewussten Reiseoptionen als einen wichtigen Aspekt, um unter anderem "Greenwashing" entgegenzuwirken und Interessierte bei der Orientierung zu unterstützen. Zusätzlich fordert sie in der Zukunft die Etablierung eines nachhaltigen Mindsets bei den Menschen.


Forderung an Politik

Neben der individuellen Person sahen 92 Prozent der Deutschen auch die Politik und die Reiseunternehmen in der Pflicht, um Urlaub umweltfreundlich zu gestalten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Auf Platz eins der Liste mit potenziellen Handlungen liegt das Verbot von Privatflugzeugen
(28 %). Die US-amerikanischen und britischen Befragten empfanden die Zertifizierung von umweltfreundlichen Resorts sowie die Bereitstellung von Informationen zu den Umwelteinflüssen der Reise als wichtig. Die Befragten aus allen drei Ländern vertraten die Ansicht, dass ebenfalls in den Bereichen Forschung (23 %) und Investment (24 %) in umweltfreundliche Transportmöglichkeiten noch Handlungsbedarf besteht.

 

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