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Berliner Digitalmarke Spitzenreiter im internationalen Vergleich

Die Relevanz von Stadtmarken ist in den vergangenen Jahren immer deutlicher geworden. Sie repräsentieren die Stadt und dienen der Identifikation für Bürger*innen, Unternehmen und Organisationen. Infolge der Digitalisierung weiten sich städtische Marken auch auf den digitalen Raum aus. Eine digitale Identität hat das Potenzial das Angebot einer Stadt abzubilden und so deren Attraktivität sowie Anziehungskraft zu erhöhen.

Als digitale Stadtmarke werden Top-Level-Domains (TLDs) bezeichnet – kurz cityTLDs genannt – die mit einer stadtspezifischen Endung abschließen, wie .berlin oder .amsterdam. Sie ergänzen die Internet-Endungen der Länder (z.B. .de) sowie internationale Domains (z.B. .com). Insgesamt existieren derzeit 40 cityTLDs. Allerdings besitzen nur 35 Städte eine digitale Identität. Die fünf Städte Barcelona, Istanbul, Köln, Moskau und Abu Dhabi verfügen über zwei Digitalmarken.

Die ersten virtuellen Identitäten gingen 2014 an den Start. Zu den ersten Städten, die eine digitale Stadtmarke einsetzten, gehörten Berlin, Paris und London – gefolgt von Tokyo, New York, Sydney und Rio de Janeiro. Die Zahl der Stadt-Domains stieg von knapp 585.000 in 2021 um 20 Prozent auf rund 700.000 im Jahr 2022. Um die Nutzung und das Potenzial solcher Stadtmarken zu untersuchen, führt die Berliner Managementberatung für digitale Identitäten DOTZON seit 2017 die jährliche Studie "Digitale Stadtmarken" durch.


Europäische Digitalmarken dominieren Ranking

Im Rahmen der diesjährigen Analyse wurden die 40 Stadtmarken untersucht, um die Erfolgsfaktoren und Key-Performance-Indikatoren von cityTLDs zu definieren. Die Datengrundlage bildeten öffentliche Datenbanken und stadtspezifische Kenngrößen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Diese Basis wurde durch lokale Daten wie die Einwohnerzahl, das Bruttosozialprodukt und die Anzahl der Domains pro Einwohner*innen ergänzt.

Die Bewertung wurde in acht Kategorien unterteilt: "Registrierte Domains mit cityTLDs", "Umsatz", "Aktive Domains", "Bei Google gelistete Seiten pro Domain", "Alexa Rank beziehungsweise Majestic Rank", beide listen die eine Million der meistbesuchten Websites, "Domains pro Einwohner", "Bruttosozialprodukt pro Domain", "Vergleich Stadt-Endung versus Länder-Endung". Zunächst berechneten die Studien-Verantwortlichen die Werte und Platzierungen für die einzelnen Kategorien, bevor diese zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst wurden.


Ranking der zehn erfolgreichsten Stadtmarken:

  1. .berlin
  2. .tokyo
  3. .nyc
  4. .amsterdam
  5. .vegas
  6. .miami
  7. .koeln
  8. .paris
  9. .london
  10. .hamburg und .wien

Seit Studienstart 2017 belegt Berlin den ersten Platz der Analyse. Die cityTLD, die von dotBERLIN betrieben wird, war die erste, die für die breite Öffentlichkeit zugänglich war. Insgesamt umfasst sie rund 50.000 registrierte Domains. Davon sind ungefähr 70 Prozent aktive Websites. 57 der Berliner Internetadressen sind im Majestic Rank vertreten, sieben im Alexa Rank. Zudem generiert die digitale Identität einen Umsatz von knapp 1,8 Milliarden US-Dollar

Tokyo überzeugt vor allem mit den mehr als 300.000 registrierten Domains und belegt damit den ersten Platz in der Kategorie. Betreiber der Digitalmarke ist GMO. 14 Internetadressen im Alexa Rank und 81 Domains im Majestic Rank besitzen .tokyo als Endung. Darüber hinaus schneidet .tokyo im Vergleich fast genauso gut ab wie die Länder-Endung .jp. Die New-Yorker-Stadt-Endung .nyc ist sogar beliebter als die nationale Endung .us. Sie wird von knapp 64.000 registrierten Domains genutzt. 93 dieser Internetadressen sind im Majestic Rank und 69 im Alexa Rank vertreten.


.miami führt in den meisten Kategorien

Bei der Auswertung der einzelnen Kategorien brilliert insbesondere die digitale Stadtmarke von Miami. Sie belegt in den Rubriken "Aktive Domains", "Domains pro Einwohner" und "Stadt-Endung versus Länder-Endung" jeweils den ersten Platz. Die cityTLD .tokyo gewann bei den registrierten Domains. Den Parameter "Umsatz" konnte .berlin für sich entscheiden. Die restlichen Kategorien wurden von Taipei ("Bei Google gelistete Domains"), New York City ("Alexa und Majestic") und Köln ("Bruttosozialprodukt pro Domain") angeführt.

Digitale Stadtmarken können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Insbesondere die Corona-Pandemie ist ein Treiber für die virtuellen Identitäten. Zum Beispiel nutzten Brüssel und Miami städtische Domains (coronavirus.brussels und stayhome.miami), um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Des Weiteren entstanden Bildungsplattformen im Digitalraum (u.a. communitylearning.boston). Auch in der Eventkommunikation und zur Unterstützung der Wirtschaft wurde auf cityTLDs zurückgegriffen (z.B. nft.nyc oder business.london). Die städtischen Identitäten lassen sich auch mit Kampagnen verbinden, was anhand der Berliner Werbeoffensive zur Gewinnung von Rettungsschwimmer*innen (du-bist-unsere-rettung.berlin) deutlich wird.


 

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