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Die Umfrage-Teilnehmenden lassen sich insgesamt in vier Gruppen einordnen – Foto: IHF Köln

Deutsche Innenstädte weisen Besucherpotenzial auf

Das Projekt "Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung" das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Berlin gefördert wird, beschäftigt sich mit deutschen Innenstädten und setzt sich mit Potenzialen, Ansatzpunkten sowie Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität auseinander. Im Zuge dessen wurden 10.000 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren in Deutschland zu ihrem Verhalten und ihrer Einstellung hinsichtlich eines Innenstadt-Besuchs befragt.

Demnach sind drei Viertel der Studien-Teilnehmenden mindestens einmal im Monat im Stadtzentrum. Die Hauptmotive für die Innenstadt-Nutzung sind dabei der Einkauf oder eine Shopping-Tour, Essen und Ausgehen sowie der Besuch von Märkten, Festen und Events. Der Großteil der Befragten sucht die Innenstadt im Alltag zwischen Montag und Freitag auf. Als Treiber für den Besuch gaben die Teilnehmer*innen das Erlebnis und die gute Aufenthaltsqualität an. Gleichzeitig sind dies auch die größten Besuchsbarrieren.

Ein Fünftel der deutschen Teilnehmenden sind sogenannte Innenstadt-Fans (21 %). Das heißt, sie gehen gerne und oft ins Stadtzentrum. Ein weiteres Fünftel bilden die gezwungenen Innenstadt-Gäste (22 %), die ungern dort sind, aber für Erledigungen häufiger vor Ort sind. Die Kategorie Innenstadt-Muffel umfasst 17 Prozent der Befragten. Diese gehen ungerne und selten in das Stadtzentrum. Die restlichen 40 Prozent werden als verhinderte Innenstadt-Fans bezeichnet. Damit sind Menschen gemeint, die die Innenstadt gerne und häufiger besuchen würde, aber von störenden Faktoren davon abgehalten werden.

Projekt-Koordinatorin Dr. Eva Stüber erklärt: "Rund 40 Prozent verhinderte Innenstadtfans sind eine gute Nachricht für die deutschen Kommunen. Sie bieten das größte Potenzial, die Stadt mit Leben zu füllen. Für die Verantwortlichen gilt es jetzt, die Anforderungen dieser Gruppe in der eigenen Stadt zu verstehen und die richtigen Maßnahmen für die Attraktivierung der Innenstadt zu ergreifen."

Im Rahmen von "Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung" entwickelt das IFH Köln mit 14 weiteren Modellstädten die digitale Plattform LeAn. Sie dient einem vorausschauenden Leerstands- und Ansiedlungsmanagement seitens der Kommunen, das an das jeweilige Ziel-Bild angepasst werden kann. Dadurch besteht mitunter die Möglichkeit, Barrieren abzubauen und die Innenstädte mit allen Nutzergruppen gemeinsam zu gestalten. Die Plattform soll ab 2023 als Open-Source-Lösung allen deutschen Kommunen zur Verfügung stehen.


 

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