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An vielen deutschen Flughäfen kommt es aufgrund von Personalmangel zu Flugausfällen und langen Wartezeiten - Foto: iStock

Personalmangel

Fachkräftesuche an Flughäfen startete zu spät

Lange Warteschlangen, verschwundenes Gepäck oder gestrichene Flüge – die deutschen Flughäfen weisen aktuell chaotische Zustände auf. Ein Grund dafür ist im Personalmangel zu sehen. Denn aufgrund der Corona-Pandemie wurden zahlreiche Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt. Das hatte zur Folge, dass sich viele Fachkräfte neue Jobs in anderen Branchen suchten und nun nicht mehr für die Flughäfen zur Verfügung stehen.

Doch offenbar haben die deutschen Flughäfen zu spät damit begonnen, neues Personal zu rekrutieren, um für die Sommersaison gewappnet zu sein. Das geht aus einer Stellenmarkt-Auswertung der Personalmarktforschung index Research hervor. Analysiert wurden Stellenanzeigen in 191 Print-Medien, auf 185 Online-Jobbörsen, rund 135.000 Firmenwebsites sowie im Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit.

Demnach schalteten die Flughäfen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 910 Stellen für Flugzug-, Gepäck- und Frachtabfertiger*innen (+261 %) sowie fast 1.400 Positionen für Security-Mitarbeiter*innen (+65 %). Dies geschah jedoch erst im April beziehungsweise im Mai – also kurz vor dem Start der Sommersaison. Aufgrund von gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen und Sicherheitschecks, die rund drei Monate dauern könnten, seien viele neue Fachkräfte für diese Zeit allerdings nicht einsatzfähig.

Wie dramatisch die aktuelle Personalsituation ist, zeigen index Research zufolge die hohen Ausgaben für kostenpflichtige Stellenanzeigen in Printmedien und auf Online-Jobbörsen. Die Flughafenbetreiber haben zwischen Januar und Juni 2022 ein Bruttoanzeigenvolumen von fast 273.000 Euro aufgewendet, um Mitarbeiter*innen für die Flug-, Gepäck- und Frachtabfertigung zu gewinnen (+574 %). Für die Stellen des Sicherheitspersonals gaben die Flughäfen fast 710.000 Euro aus (+65 %).

Den größten Personalbedarf weisen der Flughafen Frankfurt am Main (484 Positionen), der Hauptstadtflughafen BER (212 Positionen) und der Flughafen Köln-Bonn (170 Positionen) auf. Sie werden in der Regel über externe Dienstleister gesucht.

"Flughäfen in ganz Deutschland benötigen dringend mehr Personal für die Sommersaison. Neben der reinen Stellenanzeigen-Schaltung sehen wir einen großen Bedarf an Fachkräftekampagnen mit Social-Media-Marketing, Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln und branchenspezifischen Jobportalen, um potenzielle Flughafenmitarbeiter gezielt anzusprechen!", betont Philipp Diefenbach, Leiter Marketing und Agenturservices der index Gruppe.

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Anja Lüth 06.07.2022

 

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