Hochschulverband wählt Theresia Bauer zur "Wissenschaftsministerin des Jahres" und Prof. Dr. Olbertz zum "Rektor des Jahres"
Wie jedes Jahr legt der Deutsche Hochschulverband (DHV) mit Sitz in Bonn sein "Wissenschaftsminister-Ranking" vor. Erstmals kann mit Theresia Bauer eine Politikerin der Grünen den Titel "Wissenschaftsministerin des Jahres 2013" für sich beanspruchen. Die hochschul- und wissenschaftspolitischen Leistungen der Vorjahresvierten wurden im diesjährigen DHV-Ministerranking mit der Note "Befriedigend Plus" (2,84/Vorjahr: 3,27) am besten bewertet.
Die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst verwies die Siegerin der Jahre 2011 und 2012, Birgitta Wolff (CDU), Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt (Note: 2,87/Vorjahr: 2,77), und die Vorjahreszweite Johanna Wanka (CDU) aus Niedersachsen (Note: 3,16/Vorjahr: 3,11) auf die Plätze 2 und 3. Wanka wurde ja bekanntermaßen inzwischen zur Bundesministerin für Bildung und Forschung berufen. Gewählt werden konnten nur Minister und Ministerinnen, die zu Beginn der Abstimmung mindestens 100 Tage im Amt waren. Andernfalls stand der Amtsvorgänger zur Abstimmung.
Einen bemerkenswerten Sprung nach oben ergab sich für Schleswig-Holstein, das im Vorjahr unter Minister Jost de Jager (CDU) (Note: 4,29) abgeschlagen auf Platz 13 landete. Die neue Ministerin und ehemalige Präsidentin der Universität Flensburg, Waltraud Wende (parteilos) (Note: 3,31), belegt Rang vier. Die Top 5 wird von Wolfgang Heubisch (FDP) aus Bayern (Note: 3,35/Vorjahr: 3,55) komplettiert.
Zum vierten Mal wurde der/die "Wissenschaftsminister/-in des Jahres" in einer Online-Umfrage unter den 27.500 Mitgliedern des Verbandes ermittelt. Anhand eines Eigenschaftskatalogs konnten die DHV-Mitglieder die Kompetenzen und Fähigkeiten der Landeswissenschaftsminister und der Bundesministerin für Bildung und Forschung umfassend beurteilen. An der Abstimmung vom 12. November bis 14. Dezember 2012 nahmen 2.213 Wissenschaftler teil. Sie stellten ihren Wissenschaftsministern ein mäßiges Zeugnis aus, wenngleich sich die Gesamtbewertung gegenüber dem Vorjahr von 3,68 auf 3,61 verbessert hat. Durchgängig seien bei allen Ministern fehlendes Gespür für Wissenschaft und Universität ebenso wie Bürokratielastigkeit und Entscheidungsschwäche kritisiert worden, so der Verband.
Die ehemalige Bundesministerin Annette Schavan (CDU), die trotz Plagiatsaffäre ihre Gesamtbewertung minimal verbessern konnte (Note: 3,71/Vorjahr: 3,79), landete auf Rang 8. Eine Vier Minus gab es für die beiden Letztplatzierten, Sabine Kunst (SPD) aus Brandenburg (Note: 4,30 Vorjahr: 3,85) und Eva Kühne-Hörmann (CDU) aus Hessen (Note: 4,30/Vorjahr: 4,44), die bereits im Vorjahr das Schlusslicht darstellte.
In die Bewertung kamen nur Minister, für die mindestens 50 Bewertungen abgegeben wurden. Das erforderliche Quorum verfehlten die saarländische Ministerpräsidentin und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Technologie, Annette Kramp-Karrenbauer (CDU), und Bremens ehemalige Senatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD).
Wissenschaftlich begleitet wurde das Ranking vom Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn. Das detaillierte Ergebnis ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre" und auf der Website www.hochschulverband.de als pdf-Dokument zu finden.
Darüber hinaus wurde auch der "Rektor des Jahres 2013" gewählt (insgesamt 28 Rektoren): Spitzenreiter ist hier Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz von der Humboldt-Universität Berlin. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die Preisträger aus den Jahren 2011 und 2012: Prof. Dr. Lambert T. Koch von der Universität Wuppertal (2011) und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann von der TU München (2012). An der Online-Umfrage des Verbandes beteiligten sich 2.756 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Prof. Olbertz erklärt zu seiner Auszeichnung: "Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, die meine Arbeit würdigt, aber immer auch eine Momentaufnahme ist. Gewiss hat es bei diesem positiven Echo auch kritische Stimmen gegeben, auf die ich Wert lege, weil sie zum produktiven Austausch über den besten Weg für die Universität anregen. Reformen, wie wir sie derzeit an der Humboldt-Universität verwirklichen, können nur gelingen, wenn sie aus einem lebendigen Diskurs erwachsen."
Weitere Infos sind ebenfalls auf dem pdf zu finden: http://www.hochschulverband.de/cms1/uploads/media/ministerranking_2013_01.pdf

Prof. Dr. Olbertz, Präsident der Humboldt Universität, Foto: Matthias Heyde
Yvonne Wodzak 19.02.2013










