
Insbesondere jüngere Menschen können sich virtuelle Reisen im Metaversum vorstellen – Foto: Bitkom e.V.
Reisebuchung
Deutsche nutzen vermehrt digitale Urlaubsangebote
Auch in der Tourismusbranche gewinnt das Metaversum zunehmend an Bedeutung, unter anderem durch den Besuch von Destination losgelöst von Zeit und Raum oder durch virtuelle Zeitreisen. Ein Fünftel der Menschen glauben, dass im Jahr 2030 Orte mithilfe des Metaversums oder einer Virtual-Reality-Brille erkundet werden. Trotzdem sind 87 Prozent der Meinung, dass digitale Erlebnisse die klassische Reise nicht ersetzen können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Digitalisierung von Reisen des Berliner Digitalverbands Bitkom. Im Rahmen der Untersuchung wurden mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt.
Demnach bevorzugt die Hälfte der Befragten die Urlaubsbuchung über Online-Plattformen (53 %). Lediglich 45 Prozent nutzen Reisebüros und -veranstalter. Insbesondere jüngere Menschen zwischen 16 und 29 Jahren sind bei der Reiseorganisation digital unterwegs
(65 %). Personen ab 65 Jahren bevorzugen das Reisebüro (59 %). Allerdings zweifelt die Mehrheit der Studienteilnehmer*innen an der Zukunft dieser Urlaubsanbieter. 66 Prozent erwarten, dass bis 2030 internationale Online-Plattformen bei der Reisebuchung dominieren werden. 65 Prozent sind sogar der Ansicht, dass Reisebüros aussterben werden.
Das Internet ist der Studie zufolge die wichtigste Informationsquelle für Reisende bei der Urlaubsplanung. Die Mehrheit der Befragten plant ihre Reise online (70 %) und greift auf Buchungs- sowie Vergleichsportale wie Booking.com oder Fluege.de zurück (58 %).
45 Prozent informieren sich online direkt bei den Hotels, Airlines oder Reiseveranstaltern. Zudem nutzen die Teilnehmenden soziale Medien (12 %) oder Reiseblogs (11 %) für ihre Planung. Die analoge Reiseplanung hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Relevanz verloren. 34 Prozent informieren sich im Reisebüro und 20 Prozent über Reisekataloge. Immerhin 44 Prozent der Befragten sprechen in Vorbereitung auf ihre Reise mit ihrem sozialen Umfeld.
Urlaubsbuchung im Netz
Insgesamt haben bereits 87 Prozent Urlaubsleistungen über das Internet gebucht.
53 Prozent haben sogar schon eine komplette Pauschalreise online geplant und organisiert. Insbesondere bei der Wahl der Unterkunft kommt der digitale Raum zum Einsatz. Dies geschah entweder über den Internetauftritt der Unterkunft selbst (83 %) oder über Online-Plattformen für kommerzielle Angebote von Hotels (76 %), kostenpflichtige Privatunterkünfte (24 %) sowie kostenlose Angebote (9 %). Darüber hinaus kauften die Reisenden Flugtickets (69 %), Fahrkarten für Fern- oder Regionalzüge (65 %) sowie für den öffentlichen Nahverkehr (42 %) und Eintrittskarten für touristische Aktivitäten, darunter Sehenswürdigkeiten (45 %) und Stadtführungen (21 %), im Netz. Die Hälfte buchte außerdem einen Mietwagen über das Internet (52 %).
Nach Angaben der Reisenden überwiegen die Vorteile der Online-Buchung. An erster Stelle stehen dabei die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (86 %) und die bessere Vergleichbarkeit der Reiseangebote (84 %) – gefolgt von einem größeren Angebot (60 %) und der Zeitersparnis (58 %). Ein weiteres Drittel bezeichnet ebenfalls die Bewertung anderer Urlauber*innen als positiven Faktor (33 %). Zusätzlich vertreten 31 Prozent die Meinung, dass die Angebote im Internet günstiger sind. Auch die Buchungsbedingungen wie eine kostenlose Stornierung (23 %) und die einfache Durchführung (18 %) gilt als Vorteil.
Vor allem die Online-Bewertung anderer Reisenden beeinflusst die Wahl der Dienstleister*innen. 67 Prozent der Befragten lesen Rezensionen im Netz vor der Buchung und 50 Prozent verfassen selbst welche. Die Mehrheit neigt dazu, bei negativen (82 %) oder zu wenigen Bewertungen (41 %) sowie bei fehlenden Bildern (86 %) die Unterkunft nicht zu buchen. Aber auch bei zu vielen positiven Rezensionen werden die Studienteilnehmenden misstrauisch (61 %). Daher lesen 73 Prozent Online-Bewertungen mit Vorsicht, da sie gefälscht sein können.
Die gegenüberstehenden Nachteile sind zum einen der fehlende persönliche Kontakt
(58 %). Zum anderen möchten sich 47 Prozent nicht selbst um die Buchung kümmern müssen. Für ein Drittel der Befragten ist die Online-Buchung zu kompliziert oder sie sind es nicht gewohnt, eine Reise über das Internet zu buchen. Des Weiteren befürchten sie, keine Ansprechperson bei Problemen zu haben (29 %) oder dass ihre Daten missbraucht werden (28 %).
Nutzung digitaler Angebote
Im Urlaub selbst haben die Befragten mitunter digitale Geräte wie Smartphones (79 %), Tablets (41 %), Laptops (34 %) oder eine Digitalkamera (22 %) dabei. Diese nutzen sie insbesondere für die Verwendung von Apps. Dazu gehören die Corona-Warn-App oder CovPass-App (74 %), Anwendungen zum Wetter (65 %), zur Navigation (43 %), zum Übersetzen (35 %) oder als Reiseführer (16 %). Die Hälfte der Reisenden greift zudem neben den öffentlichen Verkehrsmitteln (55 %) und den Mietwägen (38 %) auf Sharing-Angebote im Mobilitätsbereich zurück, darunter E-Scooter (30 %), Leih-Fahrrad (23 %) oder Carsharing (5 %).
Viele der Befragten lassen das soziale Umfeld über Messenger und Social Media an den Urlaubserlebnissen teilnehmen. Sie schicken unter anderem Bilder via WhatsApp, Snapchat sowie Signal oder posten diese auf den sozialen Netzwerken.
Sophie-Marie Jahn 15.07.2022










