
index Research hat unter anderem nach Recruiting-Projekten mit der höchsten Priorität in den nächsten zwölf Monaten gefragt - Grafik: index Gruppe
Recruiting
Budget für Personalgewinnung oftmals zu gering
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hat kürzlich die Ergebnisse der Stellenerhebung für das zweite Quartal 2022 veröffentlicht. Demnach gab es zwischen April und Juni bundesweit 1,93 Millionen offene Stellen (+ 11 % gegenüber dem 1. Quartal 2022). Dieser Wert zeigt, wie hoch der Personalbedarf bei den deutschen Unternehmen ist.
Die Personalmarktforschung index Research hat sich dem Thema Personalgewinnung in einer Online-Umfrage von Dezember 2021 bis Januar 2022 gewidmet. Insgesamt 2.000 Verantwortliche des Bereich Human Resources aller Branchen und Unternehmensgrößen aus acht Ländern wurden befragt. Die Ergebnisse hat index Research im Recruiting- Report 2022 zusammengefasst.
So gaben 65 Prozent der Befragten an, dass sie für 2022 einen höheren Personalbedarf sehen als bisher, 32 Prozent sprechen von einem gleichbleibenden Bedarf und nur drei Prozent benötigen weniger Fachkräfte. Doch obwohl es zahlreiche Stellenanzeigen für sämtliche Jobs gibt (5,4 Mio. ausgeschriebene Stellen zwischen Januar und Juni 2022), so ist doch die Besetzung nicht immer so einfach. Vor allem für Stellen in der IT- und Software-Entwicklung (20 %) findet sich schwer Personal. Auch Fachkräfte für das mittlere Management (58 %) werden nur mit Mühe eingestellt.
Insgesamt ist knapp die Hälfte der befragten HR-Verantwortlichen davon überzeugt, dass die Unternehmen mit den heutigen Standards im Recruiting mithalten können. Das bezieht sich unter anderem auf die Recruiting-Instrumente: Der Umfrage zufolge halten 80 Prozent die Stellenanzeige für das wichtigste Tool bei der Personalsuche. 73 Prozent der HR-Verantwortlichen misst Social Media eine ähnlich hohe Bedeutung bei wie Jobbörsen. Auch Künstliche Intelligenz wird wichtiger.
Doch obwohl der Personalbedarf hoch und die Möglichkeiten, die Stellenanzeigen auszuspielen, mittlerweile recht groß und vielfältig sind, setzen viele Unternehmen zu wenig Budget dafür ein. Das ist zumindest die Meinung von fast 50 Prozent der Befragten. Sie gaben an, dass sich in 56 Prozent der Unternehmen der Etat fürs Recruiting auf bis zu 20.000 Euro beläuft. Dabei entfällt das meiste Budget auf Online-Stellenanzeigen, gefolgt von Personalvermittlung/Headhunting und Active Sourcing.
Jürgen Grenz, CEO der index Gruppe, sagt: "Der branchenübergreifende Fachkräftemangel macht Arbeitgebern schwer zu schaffen. Unternehmen müssen sich deshalb mit Employer Branding und Personalmarketing bestmöglich in Szene setzen. Die Konzeption der Maßnahmen im Fachkräftemarketing sollte auf verlässlichen Daten zum Arbeitsmarkt und den Wettbewerbern beruhen!"









