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Die weltweite Messebranche erholte sich in der ersten Hälfte des Jahres 2022 von den Auswirkungen der Corona-Pandemie – Foto: UFI

Messe-Branche

Weltweiter Aufwärtstrend im Messegeschäft

Die internationale Messebranche verzeichnete im Zuge der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Wegfall von verschiedenen Veranstaltungen große Einkommensverluste. Zudem erhielten 73 Prozent der Messeveranstalter und Geländebetreiber keine öffentliche finanzielle Unterstützung. Die restlichen 27 Prozent, die Hilfsmittel erhielten, deckten damit meist weniger als zehn Prozent ihrer Einnahmen. Dies geht aus dem aktuellen Global Exhibition Barometer vom Weltmesseverband UFI – The Global Association of the Exhibition Industry – mit Hauptsitz in Levallois-Perret (Frankreich) hervor. Die halbjährlich erscheinende Branchenumfrage umfasst Daten von 366 Unternehmen aus 57 Ländern und Regionen.

Demnach erwarten ein Viertel der Akteurinnen und Akteure im Messegeschäft für das Jahr 2022 einen Umsatzverlust oder -rückgang von mehr als 50 Prozent im Vergleich zu 2019, insbesondere im asiatischen Raum wie Thailand (40 %) oder China (21 %). In Europa befürchten vor allem deutsche Player weitere Verluste (15 %). Dennoch blicken die Messeveranstalter und Geländebetreiber optimistisch in die Zukunft. Der Studie zufolge könnte in der ersten Jahreshälfte 2023 bereits 87 Prozent des Umsatz von 2019 erreicht werden. 60 Prozent der Befragten gaben zudem an, wieder im geregelten Betrieb tätig zu sein – ein halbes Jahr zuvor waren es lediglich 30 Prozent. Darüber hinaus nähert sich der Umsatz in vielen Ländern dem Niveau von 2019 immer weiter an. Großbritannien konnte 2022 89 Prozent des Umsatzes von 2019 generieren – gefolgt von Italien (86 %), Saudi-Arabien (85 %) sowie die Türkei und Südkorea (jeweils 82 %). Bis zum Ende des Jahres 2022 erwarten die Studienteilnehmenden eine weitere Normalisierung des Geschäfts.

Kai Hattendorf, Geschäftsführer der UFI, erklärt: "Der Aufschwung der Messen in der ganzen Welt ist in die nächste Phase eingetreten. In einigen Märkten wird das Vor-Corona-Niveau bereits im nächsten Jahr wieder erreicht werden. Während die Branche diese erstaunliche Erholung bewältigt, hat sie auch mit erheblichen personellen Herausforderungen zu kämpfen und arbeitet daran, wichtige Erkenntnisse aus der Pandemie in Bezug auf die Digitalisierung von Veranstaltungen und Dienstleistungen in ihr Geschäftsmodell zu integrieren."

Digitalisierung des Portfolios

Als wichtige Faktoren, um das Messegeschäft künftig wiederzubeleben, benennen die Veranstalter und Betreiber unter anderem das Aufheben von Reisebeschränkungen und öffentlicher Maßnahmen für Messen, die Bereitschaft der ausstellenden Unternehmen und Besucher:innen zur Teilnahme sowie das Schaffen finanzieller Anreize für Aussteller. Die Verantwortlichen im Messegeschäft rechnen zudem mit internen Management-Herausforderungen, insbesondere in der Personalbeschaffung. Aktuell möchten 69 Prozent der Befragten weitere Fachkräfte einstellen. Allerdings erschwert sich die Suche, da sie Probleme haben, geeignete Bewerber:innen zu finden (62 %).

Die Mehrheit sieht den Wert von physischen Veranstaltungen durch die Pandemie bestätigt (87 %). Lediglich sechs Prozent glauben, dass virtuelle Formate physische Veranstaltungen ersetzen werden. 31 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass es künftig weniger internationale Live-Messen gibt und insgesamt auch weniger Teilnehmende. Eine zentrale Rolle wird der Digitalisierung zugesprochen: 61 Prozent erwarten eine Trendentwicklung hin zu hybriden Veranstaltungen und mehr digitalen Elementen. Um den Messebetrieb während der Pandemie am Laufen zu halten, haben viele Player ihr digitales Angebot um Dienstleistungen wie Apps, Online-Präsenzen sowie Werbung im virtuellen Raum ergänzt (65 %). Der asiatisch-pazifische Raum lag dabei mit 71 Prozent sogar knapp über dem weltweiten Durchschnitt. Knapp die Hälfte der Befragten hat zusätzlich interne Prozesse und Arbeitsabläufe digitalisiert (49 %) und ein Drittel entwickelte Digital- oder Transformationsstrategien für Messen und Produkte (32 %).


 

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