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Die Staatsoper in Stuttgart zählt eigenen Angaben zufolge in der Saison rund 230.000 Besucher:innen - Foto: Stuttgart Marketing GmbH

Energiekrise

Zwischen Energieeinsparungen und städtischem Leben

Die Vertreter:innen der EU-Staaten haben einen Notfallplan erarbeitet, mit dem der Gasverbrauch zwischenzeitlich reduziert werden könnte. Dieser sieht vor, dass die Staaten auf freiwilliger Basis von August 2022 bis Ende März 2023 den Gasverbrauch von öffentlicher Hand, Wirtschaft und Verbraucher:innen um 15 Prozent senken.

Erste Schritte wurden bereits eingeleitet: So haben zahlreiche Städte und Kommunen die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden und Bauwerken nachts abgeschaltet, um Gas zu einzusparen. Maßnahmen wie diese hat die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. ( bcsd), Berlin, auf den Plan gerufen. In einem Schreiben hat sie Stellung zur aktuellen Diskussion um das Energiesparen im öffentlichen Leben genommen.

Die bcsd fordert für die anstehende Herbst- und Winterzeit "deutliche Energieeinsparungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des städtischen Lebens", heißt es in dem Positionspapier, "denn Kultur-, Wirtschaft- und Freizeitangebote sind Begegnungsanlässe, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das wirtschaftliche Leben in den Städten stärken und unterstützen."

Eine Einsparung von durchschnittlich 25 Prozent für den Winter, wie es die Bundesnetzagentur vorsieht, sollte trotzdem Formaten wie Weihnachtsmärkte, Opernaufführungen oder Public-Viewing ermöglichen – insofern es eine gewisse Transparenz bei der Diskussion gibt. Bernadette Spinnen, Bundesvorsitzende der bcsd, sagt: "Spielen wir nicht die einzelnen Formate und Angebote gegeneinander aus, sondern ermöglichen Kultur, Sport und Brauchtum überall dort wo möglich, organisieren wir gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Begegnungen gerade in Zeiten der Krisen und ermöglichen das wirtschaftliche Leben in unseren Städten." Die bcsd ist sich sicher, dass in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft schon viele, gute Maßnahmen ergriffen wurden, um Energie einzusparen. In der Veranstaltungsbranche beispielsweise wird vielerorts auf LED-Beleuchtung umgestellt.

Die Reduktion des Energieverbrauchs dürfe allerdings nicht zum Ausbleiben der Stadtbeleuchtung oder zur Absage von Veranstaltungsangeboten führen. Das wäre "ein erneuter herber Schlag für das gesellschaftliche Leben in den Städten". Zudem könne es dazu führen, die von Bund und Ländern geförderten Stadtentwicklungsmaßnahmen zur Belebung der Innenstädte zu gefährden.

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Anja Lüth 22.08.2022

 

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