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Das Stadtgrün-Bewertungstool berechnet, wie sich eine Zu- oder Abnahme von Grünflächen, Straßenbäumen und Co. auf die Stadtgesellschaft auswirkt - Screenshot: www.stadtgruen-wertschaetzen.de

Onlinetool

Plattform berechnet den Wert von Stadtgrün

Das Forschungsprojekt "Stadtgrün wertschätzen II" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin hat zum Ziel, für eine höhere Wertschätzung für städtische Grünflächen zu sorgen. Ein sichtbares Ergebnis ist das Onlinetool stadtgruen-wertschaetzen.de, welches Städte mit mehr als 300.000 Einwohner:innen nutzen können, um zu prüfen, welche Vorteile ihnen zusätzliches Stadtgrün bietet. Dazu gehört eine verbesserte Temperaturregulation, Luftreinhaltung und ein gesteigerter Wasserrückhalt. Zudem kann berechnet werden, wie hoch die Verluste für die Bevölkerung sind, wenn Grünflächen wegfallen und Straßenbäume verloren gehen.

Entwickelt wurde diese vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin, der Humboldt- Universität zu Berlin, und den Grünflächenämtern von Berlin-Neukölln, Karlsruhe und Leipzig.

"Maßnahmen zur Steigerung des Grünanteils erbringen für die Bevölkerung in den Städten einen jährlichen Nutzen, der einem Euro-Wert in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe entspricht“, erklärt Projektleiter Professor Jesko Hirschfeld vom IÖW. "Unser frei zugängliches Onlinetool macht diesen Mehrwert mit wenigen Klicks sichtbar." Als Grundlage dient eine Datenbank zu den Leistungen von Stadtgrün für eine gesunde, lebenswerte und soziale Stadt.

So hat das Onlinetool ergeben, dass Leipzig einen zusätzlichen Nutzen von mehr als 38 Millionen Euro pro Jahr generieren könnte. Dies wäre möglich, wenn die Stadt den Anteil seiner Grünflächen von 20 auf 25 Prozent der Stadtfläche, die Zahl der Bäume auf zehn pro 100 Metern und den Anteil der begrünten Dächer auf 50 Prozent steigern würde. Zu den Vorteilen zählen der Schutz vor Überflutungen und Hitze, das Binden von CO2 und Schadstoffen, aber auch soziale und kulturelle Aspekte wie Erholungsnutzen und die Aufwertung des Stadtbilds. Auch Hamburg wurde unter die Lupe genommen: Ein vergleichbares Szenario würde dort einen Nutzen von 85 Millionen Euro ergeben.

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Anja Lüth 26.08.2022

 

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