
Cover der Handreichung "Verpackungsaufkommen reduzieren", welche das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und das Institut für Energie- und Umweltforschung kürzlich veröffentlicht haben - Foto: IÖW
Umweltschutz
Wie Städte verpackungsärmer werden können
Rund 700 Millionen Euro geben die Kommunen in Deutschland jährlich für die öffentliche Flächenreinigung aus. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin, und das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu), Heidelberg, haben nun 28 Maßnahmen vorgestellt, mit denen die Kosten gesenkt und gleichzeitig etwas zum Schutz der Umwelt beigetragen werden kann. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Verpackungsmüll.
Die Maßnahmen sind vielfältig und reichen von strategischen Punkten bis hin zu konkreten Aufgaben. So sind sich die Institute einig, dass Miet- und Pachtverträge und Satzungen entsprechend angepasst werden müssen. Es könnte beispielsweise ein Verbot von Einwegbesteck und -geschirr auf dem öffentlichen Marktplatz von der Stadt ausgesprochen werden. Auch innovative Verpackungssysteme können helfen. "Städte brauchen Verpackungsstrategien und hierfür müssen sie zunächst einmal klar definieren, welche kommunalen Ziele sie erreichen wollen", betont Projektleiter Frieder Rubik, Umweltökonom am IÖW. "Die Stadt Kiel ist hierfür ein Beispiel: Sie will sich zu einer Zero-Waste-City entwickeln."
Darüber hinaus sollten die Gastronom:innen, die To-go-Produkte anbieten, durch ein Mehrwegsystem unterstützt werden. Freiburg im Breisgau etwa investierte 10.000 Euro in ein Pfandsystem für Mehrwegbecher. Der "FreiburgCup" wurde 2016 bis 2021 von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung betrieben, bevor der Anbieter ReCup den Service übernahm.
Doch auch Kampagnen, Aktionstage und Informationsangebote sind sinnvoll, so die Insitute. Carola Bick vom ifeu sagt: "Einkaufsratgeber stellen Tipps für einen nachhaltigen Konsum zusammen. Kommunen wie Heidelberg verschenken Frühstücksboxen an Erstklässler*innen. Und sogenannte Refill-Stationen, wo man sich kostenlos Leitungswasser abfüllen kann, erleichtern den Verzicht auf Plastikflaschen."
Insgesamt empfehlen die Forschenden, eine zentrale Anlaufstelle für die Umsetzung der Verpackungsstrategie zu schaffen, die verwaltungsintern verschiedene Maßnahmen koordiniert und Beratung anbietet. Den Leitfaden zur Vermeidung von Verpackungsmüll in Städten, welcher im Rahmen des Forschungsprojekts "Innoredux" entstand, finden Interessierte hier.










