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Am 16. September 2022 wurden die Preisträger:innen des diesjährigen „Blauen Kompass“ gekürt – Foto: BMUV/Toni Kretschmer

Wettbewerb

Bundesumweltministerium vergibt "Blauen Kompass" 2022

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), Berlin, und das Umweltbundesamt (UBA) mit Sitz in Dessau-Roßlau haben 2022 den "Blauer Kompass" erstmals als Bundespreis vergeben. Dieser zeichnet Projekte aus, die Maßnahmen zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels entwickeln, wie Hitze, Dürre oder Starkregen. Ziel ist, innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen in den Bereichen Hochwasserschutz, Landwirtschaft, Handwerk, Umweltbildung und ländliche Entwicklung sichtbar zu machen.

In vier Kategorien wählte eine Jury, bestehend aus Vertreter:innen der kommunalen Spitzenverbände sowie aus den Bereichen, Wirtschaft, Forschung, Ehrenamt und Klimakommunikation, die Gewinnerprojekte aus. Zusätzlich wurden 20 nominierte Projekte für den Publikumspreis ausgewählt. Im Rahmen einer Online-Abstimmung konnten Interessierte für die verschiedenen Konzepte abstimmen.

Insgesamt wurden 240 Projekte eingereicht. Diese wurde mithilfe des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Wettbewerbsbüros co2online, beide mit Sitz in Berlin, anhand der sechs Kriterien guter Praxis der Anpassung des UBA bewertet. Neben einem Preisgeld erhielten die Gewinner:innen auch eine Plakette sowie Unterstützung bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Unter anderem entstanden Kurzfilme zu den einzelnen Preisträger:innen, die auf dem YouTube-Kanal des UBA veröffentlicht wurden. 

Eine Hochwasserallianz, Mini-Wälder und ein Lernort

In der Kategorie Kommunen konnte sich die Hochwasserallianz Bocholter Aa im Kreis Borken gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die beteiligten Städte und Gemeinden entlang des Flusses entwickelten ein Schutzkonzept für die Region rund um den Bocholter Aa und seinen Zugängen. Bestandteile des Konzeptes sind ein Warnsystem, naturnahe Lösungen, die Eigenvorsorge von Bürger:innen, der Katastrophenschutz, der Tourismus und die Biodiversität. Bei den privaten und kommunalen Unternehmen belegte der Hof Tolle aus Calden bei Kassel mit seiner integrierten und dynamischen Agrarplanung für den Klimawandel den ersten Platz. In Kooperation mit der Universität Hohenheim entwickelte der Hof eine Methode, um eine individuelle Klimastrategie für landwirtschaftliche Unternehmen zu ermöglichen.

In der Rubrik Forschungs- und Bildungseinrichtungen gewann das Hamburger EnergieBauZentrum. Im Rahmen des Projekts "Präventive Klimafolgenanpassung mit dem Hamburger Handwerk" berät das Zentrum Handwerker:innen bei der Klimafolgenanpassung, sensibilisiert Gebäudeeigentümer:innen, vernetzt das Fachhandwerk und schafft neue Kapazitäten. Der MIYA – Fachverband zur Förderung der Miyawaki-Methode e.V. aus Eberswalde wurde in der Kategorie Vereine, Verbände und Stiftungen prämiert. Das Projekt "Tiny Forest – von nachhaltiger Bildung zu klimaresilienten Städten" widmete sich dem Ökosystem Wald. Im Zuge dessen pflanzten Kinder und freiwillige Helfer:innen Bäume auf kleinen Flächen. Diese Mini-Wälder dienen als grünes Klassenzimmer und Reallabor.

Der Publikumspreis ging an den Freundeskreis Technisches Denkmal Brikettfabrik LOUISE e.V. aus Uebigua-Wahrenbrück und dessen "Leuchtturm Louise – Mit kühlem Kopf in heißen Zeiten". Die Verantwortlichen haben aus einem alten Fabrikgelände ein nachhaltigen Lehr- und Lernort geschaffen. Dieser bringt regionale Akteurinnen und Akteure sowie die Bevölkerung zusammen, um Lösungen für die Gesellschaft zu finden.

Der "Blaue Kompass" wurde zum Abschluss der "Woche der Klimaanpassung" des BMUV und des Zentrums KlimaAnpassung (ZKA) in Berlin vergeben. Die Klima-Woche ist Teil des Sofortprogramms Klimaanpassung des Bundesumweltministeriums.

 
 

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