
Mehr als doppelt so viele berufstätige Menschen waren 2021 im Vergleich zum Vorjahr geschäftlich unterwegs – Foto: VDR
MICE-Branche
Geschäftsreisen im Aufwärtstrend
Laut dem Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) mit Sitz in Frankfurt am Main stieg die Zahl der Geschäftsreisen 2021 auf einen Gesamtwert von 41,4 Millionen (2020: 32,7 Mio.). Zudem belief sich die Zahl der Reisenden auf 5,5 Millionen – knapp 67 Prozent im Vergleich zu 2020. Mit dem Anstieg der Business-Trips erhöhten sich auch die Ausgaben deutscher Unternehmen für Geschäftsreisen um 32 Prozent auf knapp 13,4 Milliarden Euro. Insbesondere Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden waren 2021 wieder vermehrt beruflich unterwegs und verzeichneten einen Zuwachs von 39 Prozent bei geschäftlichen Reisen. Im öffentlichen Sektor traten sogar die Mehrheit der Mitarbeiter:innen einen Business-Trip an (88 %). Über die Hälfte dieser Reisen fand innerhalb Deutschlands statt (80 %). Darüber hinaus stieg die durchschnittliche Reisedauer im Jahr 2021 auf 2,3 Tage.
Des Weiteren gestalten sich Geschäftsreisen zunehmend komplexer. Insbesondere die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie Sicherheitsfragen und die Ausgaben-Effizienz haben an Bedeutung gewonnen. Infolgedessen bündeln Firmen nun ihre Aufgaben rund um die betriebliche Mobilität oder planen dies in den nächsten Jahren umzusetzen. In kleineren Unternehmen ist meist die Geschäftsführung für das Mobilitätsmanagement zuständig (71 %). In größeren Firmen verteilt sich der Aufgabenbereich zum einen auf die Führungsetage (57 %), zum anderen auf das Travel Management (51 %). Zur Unterstützung greifen große Unternehmen oftmals auf Travel Management Companies zurück, die ihnen bei der Planung von Geschäftsreisen zur Seite stehen (82 %).
Trotz der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit gaben 28 Prozent der Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden an, dass Klima- und Umweltschutz bei Geschäftsreisen keine Rolle Spielen – bei kleineren Einrichtungen waren es sogar 41 Prozent. Dennoch steigt die Anzahl der Firmen, die sich aktiv für mehr Nachhaltigkeit im Geschäftsreisebereich einsetzen. Unter anderem realisieren 89 Prozent des privaten und 80 Prozent des öffentlichen Sektors Maßnahmen für eine bessere CO2-Bilanz. Zudem greifen 66 Prozent auf ein nachhaltiges Mobilitätsbudget zurück (2021: 43 %) und 75 Prozent gewährleisten nachhaltige Angebote für ihre Angestellten (2021: 67 %). Darüber hinaus reduzieren 83 Prozent aller Unternehmen ihre Business-Trips (2021: 87 %) und nutzen als Transportmittel eher den Zug als das Flugzeug (67 %).
Ein weiterer Effekt der Corona-Pandemie ist die Beschleunigung der Digitalisierung. Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre digitale Infrastruktur ausgebaut und setzen auf neue flexible Arbeitszeitmodelle (82 %), wie mobiles Arbeiten oder "remote work". Über die Hälfte der teilnehmenden Firmen ermöglicht es ihren Mitarbeiter:innen, fernab des Büros zu arbeiten.
Im Rahmen der VDR-Geschäftsreiseanalyse wurden rund 800 computergestützte Telefon- und Online-Interviews im Zeitraum von Februar bis Mai 2022 geführt. Zu den Befragten gehörten Personen in deutschen Unternehmen, die für das Geschäftsreise-Management verantwortlich sind.
Sophie-Marie Jahn 21.09.2022










