ANZEIGE

Die Deutschen greifen in ihrer Freizeitgestaltung am häufigsten auf die Nutzung von Medien zurück – Foto: Stiftung für Zukunftsfragen

Studie

Deutsche verbringen Freizeit meist zuhause

Das Internet dominiert die Freizeitgestaltung der deutschen Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt der Freizeit-Monitor 2022 der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen, der erstmals 1982 erschien. Demnach nutzen rund 97 Prozent der Befragten das Internet regelmäßig, das heißt mindestens einmal in der Woche. Auf Platz zwei und drei der häufigsten Freizeitaktivitäten liegen das Fernsehen (86 %) und die Nutzung von PC, Laptop oder Tablet (82 %). Zudem ist im diesen Jahr erstmals die Social-Media-Nutzung in den Top 10 gerutscht (67 %). Zu den beliebtesten nicht medialen Freizeitaktivitäten gehören den eigenen Gedanken nachgehen (71 %), über wichtige Dinge reden (69 %) sowie backen und kochen (66 %).

Darüber hinaus verbringen Deutsche ihre Freizeit vorrangig in den eigenen vier Wänden. Die Top 10 der häufigsten Aktivitäten in der freien Zeit finden meist zuhause statt. Zudem halten sich aktive und passive Freizeitangebote die Waage. Allerdings werden Unterschiede bei den Geschlechtern deutlich. Bei beiden ist die Freizeitgestaltung zwar häufig sozial geprägt, während Männer aber Gesellschafts- und Kartenspiele bevorzugen, verbringen Frauen ihre Zeit eher mit Kindern. Des Weiteren sind Männer häufiger außerhäuslich aktiv und besuchen unter anderem Sportveranstaltungen, Kneipen und Restaurants, treiben Sport oder engagieren sich ehrenamtlich.

Im Langzeitvergleich der Freizeitaktivitäten wird deutlich, dass digitale Angebote wie das Internet selbst, aber auch das Streaming oder die Social-Media- sowie Smartphone-Nutzung seit ihrer Erfassung einen Anstieg aufweisen. Dahingegen ist beim Fernsehen, Radio und Zeitung ein leichter Abwärtstrend zu erkennen. Das Telefonieren verzeichnete einen starken Rückgang von 2019 bis 2020. Im Zuge der Pandemie stieg die Telefon-Nutzung wieder etwas an. Außerdem gehören vier Aktivitäten sowohl 1982 als auch 2022 zu den beliebtesten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, darunter Musik hören, Fernsehen, den eigenen Gedanken nachgehen und über wichtige Dinge reden.

In den letzten zehn Jahren konnten vor allem digitale Medien an Nutzer:innen dazu gewinnen, insbesondere beim Internet, der Computer-, Smartphone- und E-Mail-Nutzung sowie im Feld der Videospiele und des Online-Shoppings. Aber auch das Nachgehen eines Hobbies, Sport oder Faullenzen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Zu den Verlierern des Zehn-Jahres-Vergleiches gehören das Zeitverbringen mit der Familie oder das Lesen einer Zeitung beziehungsweise Zeitschrift.

 

Sonderthema: Stress

Ein weiterer Schwerpunkt des Freizeit-Monitors 2022 bildet das Thema Stress. Im Zuge dessen befragten die Verantwortlichen die Studienteilnehmenden, welche Faktoren sie stressen. Das Ergebnis: vor allem Situationen, die mit einem Zeitverlust verbunden sind, führen bei den Deutschen zu einem Stressgefühl. Die Liste wird angeführt von in der Schlange stehen oder Gedränge (60 %), Stau und viel Verkehr (58 %) sowie Störungen von anderen (57 %). Allerdings haben diese äußeren Faktoren aufgrund der Corona-Pandemie abgenommen, da die Menschen in dieser Zeit vermehrt zuhause geblieben sind.

Aufgrund der Pandemie fühlen sich die Befragten auch weniger gestresst, wenn sie Zeit mit Menschen verbringen, die sie nicht mögen oder in einer langweiligen Gesellschaft. Dafür ist das Stresspotenzial in den Feldern der eigenen Lebensplanung und der ständigen Erreichbarkeit sowie bei Verpflichtungen gegenüber anderen gestiegen.

Zudem weisen die einzelnen Bevölkerungsgruppen Unterschiede bei der Stressresistenz und den auslösenden Faktoren auf. Zum Beispiel sind Menschen in Großstädten gestresster als Menschen, die in ländlichen Gegenden leben. Zudem sind Stressfaktoren auch abhängig vom Einkommen der jeweiligen Person. Menschen mit niedrigem Einkommen werden unter anderen durch fehlenden finanzielle Mittel und zu hohe Geldausgaben gestresst. Bei Menschen mit höherem Einkommen führt der Zeitmangel zu einem Stressgefühl.

Darüber hinaus sind Frauen meist gestresster als Männer. Sie stört vor allem das Schlange stehen oder Gedränge sowie Behinderungen von anderen Menschen. Allerdings ist bei beiden Gruppen im Langzeitvergleich der Stress hinsichtlich der eigenen Lebensplanung gestiegen. Fast jede dritte Person fühlt sich bei der Planung von Freizeit, Karriere, Familie und Selbstverwirklichung mittlerweile gestresst. Außerdem verspüren jüngere Menschen zwischen 18 und 34 Jahren öfter ein Gefühl von Stress als ältere. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Generationen Y und Z in 13 von 20 Situationen überdurchschnittlich gestresst sind. Im Vergleich: Personen über 55 Jahre fühlen sich am wenigsten gestresst.

Im Rahmen des Freizeit-Monitors 2022 wurden im August 2022 in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Marktforschungsinstitut Growth from Knowledge (GfK) über 3.000 Personen zwischen 18 und 74 Jahren zu ihrer Freizeitgestaltung befragt.


Aktivitäten, die als Zeitverschwendung angesehen werden, führen laut dem Freizeit-Monitor 2022 zu weniger Stress als im 2015. Die Veränderungen werden durch den dunkelgrünen Balken verdeutlicht – Foto: Stiftung für Zukunftsfragen

 
 

Aktuelle Ausgabe

5-6/2026

Marketplace

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre Dienstleistungen. Zum Marketplace

















Newsletter

Save the Date

Weitere Publikationen

Place Brands
Persönlichkeiten im Stadtmarketing

Social Media

Abonnement hier widerrufen

Weitere Webseiten