
Auf Platz eins der Spendenzwecke stehen für die deutsche Bevölkerung humanitäre Wohltätigkeitsorganisationen – Foto: YouGov-Zielgruppenanalyse "Spendenbereitschaft der Deutschen"
Studie
Deutsche spenden meist an humanitäre Hilfsorganisationen
Das Kölner Marktforschungsinstitut YouGov hat sich im Rahmen einer Zielgruppenanalyse mit der Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung auseinandergesetzt. Mithilfe von Daten des YouGov RealTime Omnibus und des Tools YouGov-Profiles untersuchte die Einrichtung die Spendenbereitschaft der Deutschen für bestimmte Zwecke. Als Ergebnis definierten die Verantwortlichen drei Kategorien und identifizierte deren wichtigsten Merkmale.
Insgesamt spendeten die Deutschen 2021 rund 5,8 Millionen Euro. Besonders beliebt waren dabei humanitäre Hilfseinrichtungen (48 %) – gefolgt von Institutionen, die sich für den Tierschutz (45 %) sowie den Natur- und Umweltschutz (38 %) einsetzen. Auf Basis dessen entstanden die drei Gruppen Humanitär-, Tierwohl- und Öko-Spender:innen, die eine gemeinsame Eigenschaft haben. Sie wollen alle mit ihren Spenden etwas bewirken und zurückgeben. Auch bei den in Betracht gezogenen Wohltätigkeitsorganisationen sind sich die drei Zielgruppen einig. Zu den Top drei gehören die Ärzte ohne Grenzen, die SOS-Kinderdörfer und das Deutsche Rote Kreuz.
Humanitär-, Tierwohl- und Öko-Spender:innen
Dennoch unterscheiden sich die drei Kategorien in wesentlichen Charakteristika. Humanitär-Spender:innen weisen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (20 %) einen höheren Anteil an Menschen zwischen 45 und 54 Jahren auf (23 %). Zudem überwiegt die Gruppe der Männer leicht mit 52 Prozent. Personen, die dieser Kategorie zugeordnet werden, interessieren sich vermehrt für Politik (47 %), nachhaltige Marken (70 %) und besuchen gerne historische Sehenswürdigkeiten sowie Stätten (48 %). Im Marketing wird diese Gruppe am besten mit Fernsehwerbung (44 %) und dem Radio (35 %) erreicht.
In der Gruppe der Tierwohl-Spender:innen sind 43 Prozent über 55 Jahre alt. Zudem verfügen 46 Prozent über eine Fachhochschulreife oder haben die Schule mit dem Abitur abgeschlossen. Über die Hälfte vertritt die Meinung, dass der Staat sich mehr für den Tierschutz einsetzen sollte (58 %). Wie auch die Humanitär-Spender:innen interessieren sich die Tierwohl-Spender:innen verstärkt für die Herstellung ihrer Produkte (80 %). 16 Prozent der dazugehörenden Personen haben ihr letztes Haustier über ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation gefunden. Neben der Fernsehwerbung (39 %) spielt vor allem das Online-Marketing (38 %) eine wichtige Rolle, um Tierwohl-Spender:innen anzusprechen.
Die dritte Kategorie der Öko-Spender:innen weist sich auch durch einen leichten Überhang an Männer aus (52 %). Des Weiteren besitzen 32 Prozent der dazugehörenden Personen einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Sie achten verstärkt darauf, Fair-Trade-Produkte zu verwenden (68 %) und von Unternehmen zu kaufen, die sozial sowie ökologisch verantwortlich handeln (64 %). Die Mehrheit sieht den Klimawandel als die größte Gefahr für die Menschheit (83 %) und gab an, dass private Unternehmen verantwortlich für die Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt sind (61 %). Im Marketing sollten insbesondere Online-Kampagnen (40 %) und Fernsehwerbung (37 %) zum Einsatz kommen.
Sophie-Marie Jahn 10.10.2022










