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Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung bleiben aus Sicht der deutschen Bevölkerung weiter aus, so die Studie von D21 - Quelle: eGovernment Monitor 2022, Foto: Kantar für Initiative D21 und Technische Universität München

E-Government

Skepsis gegenüber digitaler Verwaltung bleibt bestehen

Im vergangenen Jahr kam die Initiative D21 und die Technische Universität München zu dem Ergebnis, dass die Bundesbürger:innen unzufriedener mit digitalen Verwaltungsdienstleistungen sind und diese weniger als im Jahr 2020 nutzen. Das hatte zur Folge, dass nur 52 Prozent das Online-Angebot ihrer Stadt oder Kommune nutzten. Nun liegen die Ergebnisse des aktuellen Durchgangs der Studie "eGovernment Monitor" für das Jahr 2022 vor: Die Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen durch die Bürger:innen ist nur leicht auf 54 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu: Österreich und die Schweiz kommen auf 72 beziehungsweise 61 Prozent.

Auffällig ist, dass die Unterschiede zwischen den Bundesländern größer geworden sind. Im Jahr 2021 lag die Differenz zwischen dem Bundesland mit der höchsten und der geringsten Nutzung bei 13 Prozent, in diesem Jahr sind es 17 Prozentpunkte. Spitzenreiter sind Hamburg (64 %) und Bremen (60 %), gefolgt von den Flächenländern Schleswig-Holstein (59 %, +9 %), Saarland (57 %, +7 %) und Nordrhein-Westfalen (56 %). Mecklenburg-Vorpommern (47 %) und Thüringen (49 %) verzeichneten Einbrüche bei der Nutzung (-6 bzw. 7 %).

"Eine moderne und digitale Verwaltung muss das Leben aller Menschen leichter machen. Wir sehen jedoch, dass zunehmend der Wohnort darüber entscheidet, ob die digitale Verwaltung auch bei den Bürger*innen ankommt. Bund und Länder müssen die gleichwertige Qualität und Leistungsfähigkeit ihrer Verwaltung zukünftig besser beurteilen und steuern können. Dafür bedarf es mehr Mut, vergleichbare und transparente Daten zwischen Bund und Ländern, aber auch den Kommunen zu erheben", so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21.

Im Rahmen der Studie werden diverse Gründe identifiziert, die die Nutzung digitaler Verwaltungsangebote behindern. Dazu gehören die komplizierte und nicht medienbruchfreie Abwicklung (47 bzw. 46 %) und undurchschaubare Strukturen staatlicher Behördenangebote (46 %). Darüber hinaus empfinden mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland den Kontakt mit Behörden und Ämtern als sehr anstrengend. 14 Prozent der Befragten bezweifeln sogar, dass der Staat ihr Leben durch digitale Verwaltungsleistungen leichter macht. Letzteres spiegelt sich auch in der Nutzung der Online-Ausweisfunktion (eID) wider, die nur von zehn Prozent der Personalausweisbesitzer:innen genutzt wird.

"Die Studie zeigt eine zunehmende Frustration der Bürger*innen angesichts des Stillstands auf dem Weg zu einem leistungsstarken, digitalen Staat. Sichere und einfach nutzbare digitale Verwaltungsdienste können das Zutrauen in die Leistungsfähigkeit des Staates stärken. Deswegen sind die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern insbesondere wichtig, um das Vertrauen der Menschen in den Staat und seine Institutionen zu stärken", ordnet Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21, die Ergebnisse der Studie ein.

Die Befragung im Rahmen der Studie "eGovernment Monitor 2022" erfolgte online vom 19. April bis zum 11. Mai 2022. Befragt wurden Personen ab 16 Jahren in Haushalten, die das Internet privat nutzen (Deutschland: 8.112 Personen, Österreich: 1.002 Personen, Schweiz: 1.002 Personen). Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Kantar durchgeführt.

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Anja Lüth 12.10.2022

 

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