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Die deutsche Bevölkerung wünscht sich mehr digitale Angebote in der Verwaltung von Städten und Gemeinden – Grafik: Bitkom e.V.

Smart City

Druck auf digitale Stadtverwaltung steigt

Die Corona-Pandemie hat die Erwartungen der deutschen Bevölkerung an die digitale Verwaltung von Städten und Gemeinden erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Berliner Bundesverbandes Bitkom. Dabei wurden 1.004 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren zur Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen befragt. Demnach fordert die Mehrheit, dass Städte und Gemeinde das Thema Digitalisierung intensiver verfolgen (88 %). Zum Vergleich: Im Jahr 2020 lag der Wert noch bei 78 Prozent.

Nach der Einschätzung der Befragten lassen sich zahlreiche Behördengänge auch online erledigen, darunter die Beantragung und Verlängerung des Personalausweises (89 %), die Wohnsitzummeldung (69 %) sowie die Anforderung einer Meldebestätigung (65 %) oder Geburtsurkunde (56 %). Der zentrale Vorteil sei dabei die Zeitersparnis (77 %).

Allerdings bewerten 64 Prozent der Studienteilnehmer:innen den Digitalisierungsgrad ihrer Stadt oder Gemeinde als rückständig. Lediglich 33 Prozent schätzen diesen als fortgeschritten ein. Zudem gaben 84 Prozent an, dass die Behörden und Ämter überlastet wirken. Darüber hinaus brauchen diese zu lange, um ein Anliegen zu bearbeiten (86 %) und es gestaltet sich als schwierig, einen kurzfristigen Termin zu bekommen (85 %). Auch die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) mit dem Ziel, bis Ende 2022 rund 600 Verwaltungsleistungen zu digitalisieren, betrachten die Befragten skeptisch. Derzeit stehen erst 80 Einzelleistungen digital zur Verfügung. Daher glaubt ein Drittel, dass das OZG erst in zwei bis fünf Jahren vollständig realisiert werden kann. Mehr als die Hälfte schätzt sogar, dass die Umsetzung länger als fünf Jahre dauert (56 %).

Smart Country Startup Awards 2022

Die Studie zur digitalen Verwaltung von Städten und Gemeinden wurde im Rahmen der Smart Country Convention vorgestellt, die vom 18. bis 20. Oktober in Berlin stattfand. Dabei kamen über 10.000 Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Städten und Gemeinden zusammen, um die Leitthemen Souveränität, Nachhaltigkeit und Resilienz zu diskutieren. Ziel der Convention ist, die Digitalisierung Deutschlands zu beschleunigen und nah an der Bevölkerung umzusetzen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem die Smart Country Startup Awards vergeben – ein Innovationspreis für junge Unternehmen mit Lösungen für den Public Sector. In der Kategorie "Smart City" sicherte sich das Projekt PipePredict aus Darmstadt den ersten Rang. Dieses widmet sich der nachhaltigen Versorgung von Wasser und Fernwärme, indem es Rohrnetze in Echtzeit überwacht. VoteBase aus Bergisch Gladbach gewann die Rubrik "GovTech". Dabei handelt es sich um ein Projekt, das Wahlen digitalisiert.

 

 

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