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Inklusionsbarometer Mobilität kommt zu dem Ergebnis: Es gibt immer noch zu viele Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigung - Foto: Dan Race/AdobeStock

Inklusion

Weiterhin Nachholbedarf bei der Mobilität

Defekte Fahrstühle, schlechter Straßenbelag, fehlende Schilder, schlecht lesbare Fahrpläne, unübersichtliche Apps oder komplizierte Fahrkarten-Automaten – die Gründe, warum Mobilitätsangebote in der Stadt und auf dem Land zum Teil nur schwer zugänglich sind, sind vielfältig. Vor allem sorgen sie dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigung in der Mobilität eingeschränkt sind. Im Rahmen einer Studie hat sich die Förderorganisation Aktion Mensch in Bonn dem Status quo der inklusiven Mobilität in Deutschland gewidmet. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Laut dem Inklusionsbarometer Mobilität, an dem 1.000 Menschen mit und 500 Menschen ohne Beeinträchtigung online teilgenommen haben, haben Menschen mit Beeinträchtigung nach wie vor weniger und schlechtere Möglichkeiten, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Die Bewältigung des Wegs von A nach B ist für jeden vierten Menschen mit Beeinträchtigung (26 %) mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Auch der Kostenfaktor ist bei dieser Zielgruppe höher – jede:r Fünfte kann sich beispielsweise den Weg zu Freizeitaktivtäten nicht leisten.

Ebenfalls geht aus der Studie hervor, wie hoch der Anteil der Menschen ist, die sich in manchen Situationen unsicher und alleingelassen fühlen. Das Ergebnis: doppelt so viele Menschen mit Beeinträchtigung (29 %) als Menschen ohne Beeinträchtigung (16 %). Das führt dazu, dass weniger Menschen mit Beeinträchtigung (67 %) gerne unterwegs sind als Menschen ohne Beeinträchtigung (78 %).

Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, appelliert an die Verantwortlichen: "Wir brauchen dringend eine Mobilitätswende, die den gleichberechtigten Zugang zu Angeboten für alle Menschen sicherstellt. Damit diese gelingt, müssen Menschen mit Beeinträchtigung von Anfang an in Planung und Umsetzung neuer Verkehrskonzepte einbezogen werden."

Dem stimmt Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, zu. Er betont: "Barrierefreiheit ist kein Bonbon für gute Zeiten. Eine barrierefreie und damit moderne Mobilitäts-Infrastruktur wird darüber entscheiden, ob wir in einem fortschrittlichen und zukunftsfähigen Land leben werden - oder eben nicht."

Für die Studie, die als PDF zur Verfügung steht, wurden sechs Dimensionen von Mobilität beleuchtet: Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Zeit und Kosten, Soziale Aspekte, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Neben den Befragungsergebnissen bietet das Inklusionsbarometer auch Mobilitätsporträts von Personen mit Beeinträchtigung sowie Steckbriefe zu inklusiver Mobilität in den Metropolregionen Hamburg, Berlin, Ruhrgebiet, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München.

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Anja Lüth 02.11.2022

 

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