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Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (2.v.re.), Fachbereichsleiterin "Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung" Dana Duikers (2.v.li.) sowie Tobis Tillmann von der SPD-Fraktion (li.) und Christof Giebeler von der Fraktion Die Linke Aachen (re.) stellten den neuen Aachener Nachtbürgermeister Lukas Delvenne (Bildmitte) vor - Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Kreativszene

Aachen bestimmt ersten Nachtbürgermeister

Die Stadt Aachen gehört nun zu den Städten in Deutschland, die einen Nachtbürgermeister haben. Die Funktion als Impulsgeber und Lotse des Nachtlebens hat Lukas Delvenne, 30, übernommen. Er soll ein Netzwerk aus Kreativ- und Clubszene, den Asten der Aachener Hochschulen, freien Initiativen, Interessenverbänden und städtischen Einrichtungen aufbauen. Zudem soll er zwischen den verschiedenen Bereichen der Verwaltung und den Anbietern von Kultur-, Party- und Szeneevents vermitteln.

Der gebürtige Monschauer Delvenne studierte Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und knüpfte in dieser Zeit erste Kontakte zur freien Szene Aachens. Im Jahr 2016 absolvierte er ein Masterstudium und wurde Teil des neu gegründeten Krach-Kollektivs. Zu seinen Aufgaben gehörte es, Partys, das "Kulturdepot" und die "Krach-Parade" zu organisieren. Gemeinsam mit anderen gründete er das Meta-Kollektiv Einklang, was eine bessere Kommunikation innerhalb der freien Szene und zur Verwaltung zum Ziel hat.

Als neuer Nachtbürgermeister Aachens will Delvenne die Aachener Szene als "Dolmetscher" optimal fördern und sie durch den "Verwaltungs- und Rechtsdschungel" lotsen. Er sagt: "Die Organisation dieser Veranstaltungen (beim Krach-Kollektiv, Anm. d. Red.) erforderte immer eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden, deren Zuständigkeiten uns oft nicht deutlich waren. Die Entscheidungen der Verwaltung konnten wir nicht immer nachvollziehen und wir fühlten uns entsprechend auch oft nicht korrekt verstanden."

Aktuell arbeitet Delvenne mit verschiedenen Bereichen der Verwaltung an Lösungen der zur Organisation einer Veranstaltung oft benötigten Schallschutzgutachten sowie an einem Leitfaden für Veranstaltende. In den kommenden Monaten will er Menschen aus dem Nachtleben gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung und Politik an runde Tische bringen. Erst kürzlich hat der 30-Jährige im Rahmen der Stadt-Nacht-Acht-Konferenz mit sieben anderen Nachtbeauftragten das sogenannte Nachtkonsil gegründet, das dem Austausch und der gegenseitigen Inspiration dienen soll, um die Arbeit auf kommunaler Ebene zu erleichtern und weiterzuentwickeln.

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Anja Lüth 07.11.2022

 

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