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"Die Uni ist eine Cash Cow für das Saarland"


Das Saarland steht wegen der Schuldenbremse unter enormem Druck. Welche Folgen der Sparzwang für die Universiät haben würde, haben wird, haben Wissenschaftler der Saar-Uni in einer groß angelegten Studie untersucht. Sie haben im vergangenen Jahr rund 2.000 Studenten sowie – vorrangig durch Dr. Nadine Staub und Dr. Jessica Knoll vom Institut für Banken- und Mittelstandsfinanzierung – über 60 Unternehmer, Vertreter von Verbänden und Politiker befragt und erste Effekte untersucht, die die Uni für das Land hat: Was kostet die Uni? Wie viel bringt sie dem Land im Gegenzug ein? Wie sehen Studenten die Universität? Möchten sie nach dem Studium im Saarland bleiben? Weitere ökonomische Daten werden derzeit unter der Leitung des Saarbrücker Professors für Wirtschaftspolitik Ashok Kaul noch detailliert ausgewertet.

"Wenn das Land klug handelt, investiert es mehr in die Uni" - so lautet die zentrale Erkenntnis, die der Saarbrücker Ökonom und Soziologe Professor Eike Emrich aus der Untersuchung zieht. Er gehört gemeinsam mit Prof. Emrich Dr. Wolfgang Meyer (Centrum für Evaluation CEval) und Freya Gassmann (CEval) zu den Autoren der Studie "Saarländische Studierende als ökonomische Standortfaktoren". Finanziert hat die Untersuchung die Arbeitskammer des Saarlandes, initiiert wurde sie von der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes.

Obwohl noch einige Daten der Studie ausgewertet werden müssen, können die Wissenschaftler schon jetzt mit Sicherheit sagen: "Die Uni ist eine Cash Cow für das Saarland. Sie bringt in der Gesamtschau dem Saarland mehr als sie kostet." Die Universität sorge für jährlich rund 450 Millionen Euro an Umsatz- und Steuereffekten im Saarland. "Allein die Studentinnen und Studenten geben direkt 82 Millionen Euro innerhalb des Saarlandes im Jahr für Lebensunterhalt und Miete aus. Beschäftigte zahlen Steuern, die Uni zieht erhebliche Summen an – kaum aus saarländischen Steuern finanzierten – Forschungsgeldern zum Beispiel aus Berlin und Brüssel ins Saarland, Absolventen schaffen Arbeitsplätze und so weiter. Zum Vergleich: Der aus Landesmitteln finanzierte Etat der Universität beläuft sich derzeit auf rund 190 Millionen Euro jährlich. Vereinfacht ausgedrückt: Die Universität des Saarlandes bringt dem Land für jeden Euro, den es investiert, Gewinn. Von der Stärke einer breit gefächerten Volluniversität wie der Saar-Uni profitiert die hiesige Wirtschaft", so die Wissenschaftler.

Die Studie zeigt weiter, dass die Saar-Uni die meisten hochqualifizierten jungen Menschen von außerhalb des Saarlandes anlockt. "Gerade vor dem Hintergrund, dass besonders das Saarland voraussichtlich unter Bevölkerungsschwund insbesondere in den jüngeren Jahrgängen leiden wird, spielt die Bindung junger hochqualifizierter Menschen an das Land eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Saarlandes", erklärt Eike Emrich. Mit über 9.000 Studierenden, die von außerhalb des Saarlandes an die Hochschule kommen, sei die Saar-Uni diejenige Institution, die wie keine andere über die Landesgrenzen hinweg Sogwirkung entfaltet. Und diese jungen Menschen haben laut Umfrage eine überwiegend positive Einstellung zum Land. "Das Saarland wird zwar als provinziell und gemütlich wahrgenommen“", erläutert Emrich. Das sei aber beileibe kein Negativ-Kriterium. Ein Großteil der Befragten könne sich gut vorstellen, nach dem Studium hier zu bleiben. Das sagen Saarländer als auch Nicht-Saarländer gleichermaßen.

Weitere Infos zur Studie gibt es hier.

 

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