
Touristische Player einer Destination müssen den Dialog untereinander optimieren – Foto: premyuda/AdobeStock
Umfrage
Dialogkultur für zukunftsfähigen Tourismus wichtig
Eine Online-Befragung des Institute of Brand Logic mit Sitz in Innsbruck (Österreich) zeigt, dass der Tourismus der Zukunft neue Formen der Kommunikation benötigt und ein gemeinsamer Dialog der Akteurinnen und Akteure unabdinglich wird. Destinationen, in denen die Player miteinander sprechen und sich tauschen sowie Interessensgruppen in die Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden, weisen in allen Bereichen der Zukunftsfähigkeit optimierte Ergebnisse vor. Dazu gehören unter anderem eine bessere Einschätzung der zukünftigen Tourismuswertschöpfung in der Region, der Innovationsgrad der Leistungsangebote, die künftige Gewinnung von Mitarbeitenden, die Tourismusgesinnung der Bevölkerung, der Umwelt- und Klimaschutz sowie die Digitalisierung.
Insbesondere die Dialogqualität innerhalb des Führungsnetzwerks scheint ein wichtiger Faktor für den Erfolg einer Destination zu sein. Mitglieder des Netzwerkes sind Vertreter:innen der Tourismusverbände und der Gemeinde sowie große Leistungsträger:innen wie Bergbahnen, Hotels und Freizeiteinrichtungen. Ebenfalls entscheidend ist der Integrationsgrad von touristischen Leistungsträger:innen, Interessensgruppen und der Bevölkerung. Laut der Untersuchung ist das Führungsnetzwerk dafür verantwortlich, geeignete Dialogstrukturen zu etablieren. Zum Beispiel durch das Schaffen von Räumen, um miteinander zu sprechen. Aber auch Kritiker und deren Anliegen sollten die Verantwortlichen ernstnehmen und einbeziehen.
Markus Webhofer, Gründer und Geschäftsführer von Institute of Brand Logic, betont: "Der Häufung von Krisen und den großen Herausforderungen der Zukunft begegnet man am wirkungsvollsten im gemeinsamen Dialog. Nur dann entstehen tragfähige Lösungen. Aufmerksames Zuhören, gemeinsames Reflektieren und ein gelebter, offener Umgang mit Kritik und alternativen Meinungen erzeugen nachweislich weit weniger Widerstände. Es wird immer wichtiger, dass Menschen spüren, dass sie gehört und wertgeschätzt werden. Nur dann kann es gelingen, dass möglichst viele an der zukünftigen, nachhaltigen Gestaltung ihres Lebensraums mitarbeiten. Über die Qualität der Tourismusgesinnung einer Region entscheidet in erster Linie die Qualität der Dialogkultur. Stimmt diese, gelingt auch der Interessenausgleich in der Region."
Insgesamt wurden mehr als 800 Leistungsträger:innen und Vertreter:innen der Führungsnetzwerke aus 25 Regionen im deutschsprachigen Alpenraum befragt, die mehr als eine Million Übernachtungen im Jahr verzeichnen. Im Mittelpunkt der Umfrage stand die Frage, wie zukunftsfähige die Teilnehmenden ihre touristische Destination einschätzen.
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Sophie-Marie Jahn 06.04.2023










