
Die Themen Klimaneutralität und Nachhaltigkeit stehen bei der Staatsgalerie Stuttgart weit oben auf der Agenda – Foto: Staatsgalerie Stuttgart
Klimaschutz
Staatsgalerie Stuttgart tritt Nachhaltigkeitsnetzwerk bei
Die Staatsgalerie Stuttgart ist das neue Partnermuseum des 2020 gegründeten Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit in Kultur und Medien (ANKM) mit Sitz in Berlin. Im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museumsbund vom 7. bis 10. Mai 2023 in Osnabrück wurde die Staatsgalerie offiziell in das Netzwerk aufgenommen. Mit dem Bündnisbeitritt möchte das Museum das Thema Klimaneutralität weiter vorantreiben und den Vorbildcharakter der Kulturwirtschaft für andere Wirtschaftsfelder stärken.
ANKM-Leiter Jacob Sylvester Bilabel sagt: "Kultur ist lebenswichtig und zugleich ungeheuer energieintensiv. Erfahrene Partner wie die Staatsgalerie Stuttgart können unser Aktionsnetzwerk dabei unterstützen, auch anderen Institutionen aufzuzeigen, wie die größten Aufwände von Museen – Kühlung, Lüftung, aber auch Transport – zu optimieren sind und das Sammeln, Ausstellen und Bewahren von Kunst langfristig energieeffizienter werden kann."
Bereits seit 2016 besitzt die Staatsgalerie Stuttgart als erstes deutsches Museum eine ISO-Zertifizierung in den ISO-Normen für Umwelt und Energie. Damit ist das Haus bundesweit ein Vorreiter in Sachen Energieeffizienz. In den Jahren 2020 und 2021 konnte die Einrichtung zudem 166 Tonnen CO2 einsparen, in dem der Stromverbrauch um mehr als 413.000 Kilowattstunden reduziert und ausschließlich Ökostrom genutzt wurde. Auch ihren Wasserverbrauch konnte die Staatsgalerie senken. Von 2017 bis 2019 wurden rund 1.180 Kubikmeter Wasser weniger verbraucht.
Im Jahr 2022 entwickelte die Staatsgalerie gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg in Stuttgart und anderen staatlich getragenen Kulturinstitutionen des Landes. Unter dem Titel "Green Culture" hat das Museum seine eigenen Erfahrungen gebündelt und anderen Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellt. Entwickelt wurde die Handreichung von der gleichnamigen AG unter der Leitung von Dirk Rieker, kaufmännischer Geschäftsführer der Staatsgalerie.
Rieker sagt: "Bei der Erarbeitung des Leitfadens 'Green Culture', das Ergebnis der rund neunmonatigen Arbeit unserer Arbeitsgruppe, stand uns Jacob Sylvester Bilabel als Experte beratend zur Seite. Der Leitfaden richtet sich als Einstieg in das Thema zunächst an die Kultureinrichtungen in Trägerschaft des Landes. Die vorgestellten Ergebnisse können aber von allen Kultureinrichtungen gleichermaßen genutzt werden."

Das deutschlandweite Aktionsnetzwerk ist seit etwa drei Jahren aktiv – Foto: ANKM
Das ANKM ist ein Bündnis von 51 Kulturinstitutionen, darunter der Deutsche Museumsbund e. V., der Deutsche Bühnenverein, die Ludwigsburger Festspiele sowie die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Das Netzwerk realisiert gemeinsame Projekte und tauscht sich zu betriebsökologischen und strukturellen Innovationen im kulturellen Sektor aus. Das übergeordnete Ziel ist, eine klimaneutrale Kultur zu etablieren. Dabei orientiert sich der Verbund an dem Paris Agreement Compatible von 2015, das die Erderwärmung auf 1,5 Grad beschränkt, und den 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Das Aktionsnetzwerk dient als zentrale Anlaufstelle für das Thema Betriebsökologie in Kultur und Medien. Es wird von Claudia Roth, der Staatsministerin für Kultur und Medien, gefördert.
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Sophie-Marie Jahn 08.05.2023









