
Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, Vorsitzende des Deutschen Museumsbunds, eröffnete die diesjährige Jahrestaung - Foto: Daniela Patricia Fotografie
DMB
Jahrestagung Deutscher Museumsbund 2023
"Ins Handeln kommen: Klimaschutz im Museum" lautete der Titel der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes. Der Kongress fand vom 7. bis 10. Mai 2023 in Osnabrück statt. Mehrere hundert Teilnehmer:innen nahmen die Einladungen des Dachverbands der deutschen Museen an und reisten an einem oder mehreren Tagen in die niedersächsische Stadt.
An den Kongresstagen (08.+09.05.2023) bot das Programm eine Vielzahl an Vorträgen, die sich der Frage widmeten, wie Museen dazu ihren eigenen CO2-Fußabdruck minimieren können. Alexander Stockinger, kaufmännischer Geschäftsführer des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg, stellte das Projekt "Elf zu Null" vor (siehe PUBLIC MARKETING 12/2022). Im Rahmen dessen haben sich elf Hamburger Museen aufgemacht, einerseits zu ermitteln, in welchem Bereich die größten CO2-Emissionen vorliegen, und anderseits einen Fahrplan zu erstellen, um diese Werte in den kommenden Jahren zu senken. Dr. Miriam Szwast, Kuratorin Ökologie und Sammlung Fotografie im Museum Ludwig in Köln, wiederum erläuterte, welche Schritte das gesamte Museums-Team aktuell unternimmt, um ein nachhaltigeres Museum zu gestalten.
Auch der Gebäudebetrieb wurde unter die Lupe genommen. Michael John, Leiter Gebäudemanagement der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Volker Huckemann, Professor für Bauphysik und energieeffizientes Bauen an der Hochschule Bochum, zeigten auf, wo Museen konkret einsparen können. Sie bezogen sich dabei vor allem auf die Sanierung von bestehenden Gebäuden und die sinnvolle Einführung von Neuerungen. Beide Referenten waren sich zudem einig, dass vor allem Neubauten erheblich zum Problem beitragen und deshalb möglichst vermieden werden sollten. Ebenfalls standen die Ausstellungen im Fokus der Betrachtung. Dr. Claudia Emmert, Direktorin und Geschäftsführerin des Zeppelin Museums in Friedrichshafen, und Julia Bergener, Leiterin der Stabsstelle Ausstellungen, Szenografie und Grafikdesign im Naturkundemuseum Stuttgart, stellten vor, wie sie sie Ausstellungen neu denken.
Darüber hinaus wurde im Rahmen der Veranstaltung der neue Leitfaden "Klimaschutz im Museum" vorgestellt. Diese wurde von insgesamt 120 Fachleuten in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet und soll dazu dienen, den Museen konkrete Hinweise an die Hand zu geben, wie sich sich klimaneutral aufstellen.
Die Jahrestagung bot ausreichend Platz, um zu diskutieren und sich auszutauschen. Das war offensichtlich auch dringend notwendig, denn das Thema Klimaschutz ist schlussendlich auch ein sehr emotionales. So plädierten einige Teilnehmer:innen dafür, dass Museen endlich ins Tun kommen müssen. Die konzeptionelle Ebene reiche nicht mehr aus, um die Bundesregierung dabei zu unterstützen, die Klimaziele Deutschlands zu erreichen. "Es ist nicht fünf Minuten vor zwölf, sondern eine Minute vor zwölf", sagte ein Museumsexperte während einer Diskussionsrunde.










