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OB-Barometer

Stadtentwicklung rückt in den Hintergrund

Bereits zum achten Mal veröffentlicht das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, das OB-Barometer, mit dessen Hilfe gemessen wird, welche kommunalen Handlungsfelder aktuell und in Zukunft im Fokus der deutschen Städte stehen. Die aktuelle Erhebung zeigt auf, dass die Kommunen die Corona-Pandemie zwar hinter sich gelassen haben, sie aber nun verschiedene Krisen gleichzeitig bewältigen müssen und in eine Art Krisenmodus übergegangen sind.

Demnach beschäftigt die Oberbürgermeister:innen seit 2022 die Flüchtlingszuwanderung erneut. Für viele ist das Thema so zentral, dass sie sich Unterstützung durch Bund und Länder wünschen. Gleichzeitig werden die Themen Wohnen und Finanzen immer dringlicher. Vor allem in Bezug auf die kommunale Finanzsituation machen sich die Kommunen wieder mehr Sorgen. Einer der Gründe könnten dem Difu zufolge die zusätzlichen Kosten durch die Unterbringen der Geflüchteten sein. 

Ein Thema, das die Gesellschaft und die Wirtschaft aktuell beschäftigt und durch Aktionen der Klimaschutzvereinigung „Letzte Generation“ noch mehr Raum erhalten hat, ist der Klimaschutz. Die Kommunen sehen dies als zukünftig wichtigstes Handlungsfeld – neben dem Thema der Mobilität, das meist klimabedingt begründet ist.

Immer wichtiger wird zudem das Thema Fachkräftegewinnung und -bindung. Allerdings wird dieses in der Bewertung noch niedrig eingestuft. Auch die Stadtentwicklung und die Digitalisierung, die in den vergangenen Jahren von großer Bedeutung waren, sind zunehmend in den Hintergrund gerückt. Das Urbanistik-Institut mutmaßt, dass die Verunsicherung darüber, was die Corona-Pandemie für die Entwicklung der Innenstädte bedeutet, gewichen ist. Ein weiterer Grund sei in den verschiedenen Förderprogrammen zur Bewältigung der Folgen der Pandemie in den Stadtzentren zu sehen. Für das Difu steht außer Frage, dass alle drei Handlungsfelder kontinuierlich bearbeitet werden müssen, um die "permanente Rolle der Kommunen als Krisenmanager" zu erfüllen.

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Anja Lüth 02.06.2023

 

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