
(v.l.) Vitalia Steudte, Nachhaltigkeitsbeauftragte für den Veranstaltungsbereich, Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld, und Kristin Fechner, Transformationsmanagerin in Ausbildung, präsentieren die Klimabilanz des Europäischen Hansemuseums – Foto: EHM
Nachhaltigkeit
Europäisches Hansemuseum veröffentlicht Klimabilanzen
Das Europäische Hansemuseum (EHM) in Lübeck hat seine Klimabilanzen für die Jahre 2019 und 2022 veröffentlicht. Mit der Analyse wurde das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien betraut, die die Bilanz nach dem ISO14064 Standard ermittelt (siehe PUBLIC MARKETING 5-6/2023, S. 46 ff). Ziel des Museums war es, den eigenen CO2-Fußabdruck in allen Bereichen zu ermitteln. Dabei wurden nicht nur die Museumstechnik und die Buchhaltung betrachtet, sondern auch die Mobilität der Gäste, das Ticketing und der Museumsshop. Die Untersuchung dient als Grundlage für weitere Maßnahmen und Handlungsfelder, um die CO2-Emission künftig zu reduzieren.
Museumdirektorin Dr. Felicia Sternfeld sagt: "Die Ermittlung der Werte für die Bilanz war eine detektivische Spürarbeit. Für uns steht die Frage im Vordergrund, was wir tun müssen, um die Emissionen zu minimieren und gleichzeitig die Wirkung von Kultur zu maximieren. Dabei zählt jede Kilowattstunde Strom, die wir einsparen."
Im Jahr 2022 lagen die CO2-Emissionen des Hansemuseum bei rund 492 Tonnen. Das sind rund 172 Tonnen weniger als noch 2019 (664 Tonnen). Knapp 95 Prozent der Emissionen sind dabei auf den Strom- und Wärmeverbrauch zurückzuführen. Wird allerdings die Mobilität der Museumsgäste mit einbezogen, das heißt die Art und Weise, wie die Besucher:innen zum Museum und wieder zurückkommen, ändert sich die Bilanz. Dann ist nämlich der Publikumsverkehr für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich
(77 %). Mit dem Publikumsverkehr liegt der Emissionswert für 2022 insgesamt bei etwa 2.223 Tonnen (2019: 2.872 Tonnen). Die Gästemobilität wurde mithilfe von Umfragewerten ermittelt.
Auf dem Weg Richtung Klimaneutralität
Für das EHM stehen die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz weit oben auf der Agenda. So trat die Einrichtung als erstes deutsches Museum der Klimaschutznetzwerk Museums For Future Germany bei. Zudem hat das Haus einige Maßnahmen vollzogen, um die eigene Klimabilanz zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise die Nutzung von Ökostrom, die Bereitstellung eines Dienstfahrrades und eines deutschlandweiten Jobtickets für die Mitarbeitenden. Darüber hinaus bildet das Hansemuseum mit Kristin Fechner derzeit eine eigene Transformationsmanagerin aus, die künftig über methodische und fachliche Kompetenzen für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien verfügen wird. Zusätzlich wird der Museumsshop umgestellt und setzt in Zukunft vor allem auf Produkte von regionalen und nachhaltigen Anbieter:innen. Außerdem ist die Einführung eines wiederverwendbaren RFID-Tickets für den Rundgang durch die Dauerausstellung geplant.
Auch inhaltlich rückt das Hansemuseum das Thema Klimaschutz in den Vordergrund. So wird der Nachhaltigkeitsaspekt im Ausstellungsprogramm und sowie bei verschiedenen Projekten und Veranstaltungen mitgedacht. Das zeigte sich unter anderem in der Sonderausstellung "Guter Stoff", die sich intensiver mit textiler Nachhaltigkeit auseinandersetzte, oder bei der Sonderausstellung "Hanse steinreich", die als Wanderausstellung konzipiert wurde. Im Jahr 2024 soll außerdem die Familienausstellung "Von hier nach dort" zu sehen sein – ein Gemeinschaftsprojekt norddeutscher Museen.
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Sophie-Marie Jahn 12.06.2023









