
Würzburg arbeitet seit 2014 daran, barrierefrei und inklusiv zu werden - Foto: A. Bestle © Congress-Tourismus-Würzburg
Inklusion
Destination Würzburg baut Barrierefreiheit weiter aus
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Stadt barrierefrei zu machen. Beispielsweise sollten Gebäude und öffentliche Orte oder Verkehrsmittel so konzipiert werden, dass sie für alle Menschen ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Auch die barrierefreie Weitergabe von Informationen oder die Kommunikation sowohl offline als auch online mit allen Zielgruppen gehören dazu. Ein Beispiel ist das Würzburger Gästemagazin "#franka", welches seit 2020 von dem Congress-Tourismus-Würzburg Eigenbetrieb der Stadt Würzburg herausgegeben wird und kürzlich als barrierefreie Variante erschienen ist.

Das Gästemagazin "#franka" gibt es nun auch in einer inklusiven Variante - Foto: CTW/J1-Fotografie und Luftbildservice Jan R. Schäfer
Das PDF-Dokument enthält verschiedene Funktionen, die dafür sorgen sollen, dass sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung sich über die Destination Würzburg informieren können. Neben der Einführung einer Vorlese-Funktion wurde das Heft in Bezug auf Farbkontraste und Schriftgrößen optimiert. Ein sogenannter PAC-Prüfbericht stellt sicher, dass die Barrierefreiheit eingehalten wird.
Auch inhaltlich steht das Thema Inklusion im Mittelpunkt: In den Kapiteln "(Er)Lebensräume", "Sinnesfreuden", "Kaleidoskop" und "Zeitzeichen" gibt es Tipps für vegane Restaurants, zudem werden ein italienisches Inklusionscafé und Würzburger Modedesigner vorgestellt. Das Würzburger Zukunftshaus widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit mit innovativen Ideen.
Dem Eigenbetrieb zufolge richtet sich das Dokument nach den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und sei damit "ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabe im Städtetourismus".
Aktionsplan Inklusion im Jahr 2014 gestartet
Würzburg arbeitet seit fast zehn Jahren daran, die Stadt inklusiver zu gestalten. Im sogenannten kommunalen Aktionsplan Inklusion 2014 wurden diverse Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit umgesetzt. Diese wurden in Zusammenarbeit mit Bürger:innen, Betroffenen und der Fachöffentlichkeit erarbeitet. Es gibt insgesamt sechs Handlungsfelder: Bildung und Erziehung, Arbeit und Beschäftigung, Bauen und Wohnen, Mobilität, Kultur – Freizeit – Sport sowie Gesellschaft und soziale Teilhabe.
Im Jahr 2022 hat eine Überprüfung des bisherigen Aktionsplans stattgefunden. Es wurde ausgewertet, welche der mehr als 180 Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und woran noch gearbeitet wird. Unter anderem hat es im Rahmen dessen laut Björn Rudek, Geschäftsleiter des touristischen Eigenbetriebs der Stadt Würzburg, im öffentlichen Nahverkehr Verbesserungen gegeben. Zudem haben die Rampen aus Legosteinen, die der ortsansässige Verein WüSL – Selbstbestimmt Leben Würzburg e.V. baut, dafür gesorgt, dass Geschäfte, Cafés, Apotheken, Buchandlungen oder Restaurants auch für Rollstuhlfahrer:innen, Menschen mit Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen zugänglich wird. Er ergänzt: "Wir haben hier insbesondere die Zeit der Pandemie genutzt, um zum Beispiel Gästeführer:innen zu sensibilisieren und zu schulen. Es gibt eine komfortable Gästeführung, bei welcher Gäste mit Einschränkungen individuell abgestimmte Führungen durch die Stadt buchen können. Je nach Einschränkung wird entsprechend variiert und unser Service-Team kann dann gezielt Gästeführer:innen und Gäste mit Einschränkungen je nach Bedürfnis und Spezialisierung zusammenbringen." Besonders wertvoll sei die Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat gewesen, da die Verantwortlichen Begehungen durch die Stadt unternommen haben, um entsprechende Bedürfnisse und Hindernisse kennenlernen zu können.

Der Verein WüSL – Selbstbestimmt Leben Würzburg e.V. hat in der Innenstadt eine Vielzahl von Legorampen für eine bessere Zugänglichkeit installiert - Foto: Sophia, AdobeStock
Auch im Museum im Kulturspeicher wurde ein Produkt gelauncht, das speziell auf sehbehinderte Menschen ausgerichtet ist. In der MuseumsApp wurden Informationen rund um die Ausstellung durch Audiodeskriptionen, Gebärdensprache und Untertitel erweitert. Zudem wird der Rundgang durch das Haus auch in Leichter Sprache und mit einem Rätselspiel angeboten.
Gleichzeitig wurden 2022 gemeinsam mit Betroffenen und ihren Familien sowie dem Fachpersonal neue Ziele bestimmt, die innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden. Dazu gehört Rudek zufolge die Weiterentwicklung des touristischen Wegweisungsinfrastruktur (Informationsstelen). Zudem sollen Informationen und Angebote weiter gebündelt werden – unter anderem durch eine Anpassung der vorliegenden Informationsmaterialien und betreuten Kanäle.









