
Das Museum Friedland schickt seine Gäste auf eine digitale Erkundungstour durch das Grenzdurchgangslager – Foto: Museum Friedland
Vermittlung
Museum Friedland launcht digitale Tour
Seit Juni 2023 kann das Museum Friedland in Niedersachsen auch digital erkundet werden. Im Rahmen des Projekts "in_sight and in_motion – FRIEDLAND digital erkunden" hat das Haus sowohl eine Website als auch eine interaktive App entwickelt. Die Internetseite friedland-in-sight.de umfasst eine spielerisch gestaltete Karte mit 18 ausgewählten Spots in und um das Grenzdurchgangslager. Vor Ort sind die Spots mit Stellen gekennzeichnet, die mit einem QR-Code auf weiterführende Informationen in Form von Texten, Fotos oder Videos verweisen. Die Website steht in verschiedenen Sprachen zur Verfügung, darunter Deutsch, Englisch, Russisch und Arabisch. Weitere Sprachen sollen folgen.
Darüber hinaus bilden die 18 Spots auch den Mittelpunkt der App "FRIEDLAND in_motion". Die Anwendung ermöglicht einen individuellen Rundgang entlang der ausgewählten Stellen. Die Museumsgäste können die Applikation in den gängigen App Stores herunterladen und erhalten am Empfang des Museums einen Aktivierungscode, um die App kostenfrei zu nutzen. An Schließtagen kann der Code per E-Mail an bildung@museum-friedland.de angefragt werden. Für die Umsetzung der Website und der App zeichnet das Kieler Start-Up-Unternehmen Off The Beaten Track verantwortlich. Zusätzlich sind im Museumsshop ein Puzzle sowie ein Memo-Spiel mit Motiven der digitalen Karte erhältlich, die von der Gemeinde Friedland gefördert wurden.
Angela Steinhardt, Bildungsreferentin am Museum Friedland, betont: "Das neue Angebot mit Webseite und App ist eine wichtige digitale Erweiterung unseres bisherigen Bildungsangebots um ein bewegungsaktives, auf Selbsterkundung basierendes Format, das die Umgebung des Museums einbezieht. Um vor allem die Bewohner:innen der Erstaufnahmeeinrichtung zu erreichen, wird die App nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch auf Russisch und Arabisch verfügbar sein."
Test-Wochenende im Juni
Zum Launch der digitalen Tour hat das Museum am 17. und 18. Juni 2023 interessierte Gäste zum Entdecken und Testen der App eingeladen. Unter anderem waren geschulte Guides vor Ort, die den Besucher:innen bei technischen Fragen zur Seite standen. Anschließend hatten die Gäste auch die Möglichkeit, sich die Ausstellung anzuschauen. Das Projekt "in_sight and in_motion – FRIEDLAND digital erkunden" wurde im Rahmen von "dive in. Programm für digitale Interaktionen" der Kulturstiftung des Bundes entwickelt und mit 173.000 Euro durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR gefördert. Auch die Gemeinde Friedland unterstütze das Projekt finanziell. Insgesamt stand dem Museum ein Budget von etwa 195.000 Euro zur Verfügung.
Das Museum Friedland wurde 2016 als außerschulischer Lernstandort eröffnet. Die Einrichtung widmet sich mit der Geschichte und der Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Dabei widmet sie sich Themen wie der Migrationspolitik, der gesellschaftlichen Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechte und Asyl. Zudem beschäftigt sich das Museum mit den Prozessen des Abschieds, der Ankunft und des Neubeginns.
Sophie-Marie Jahn 04.07.2023










