
Tricia Tuttle wird die neue Intendantin der Internationalen Filmfestspiele Berlin – Foto: British Film Institute
Filmfestspiele
Tricia Tuttle übernimmt Intendanz der Berlinale
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin – kurz Berlinale genannt – werden 2025 unter der Leitung einer neuen Intendantin durchgeführt. Die US-Amerikanerin Tricia Tuttle löst die bisherige Doppelspitze Carlo Chatrian und Mariëtte Rissenbeek ab. Tuttle wird ihre Position bereits zum 1. April 2024 antreten. Die Berlinale 2024 wird allerdings noch von Chatrian und Rissenbeek verantwortet.
Die künftige Berlinale-Intendantin Tuttle sagt: "Viele Jahre habe ich die Berlinale beruflich kennen- und dabei sehr schätzen gelernt. Die Berlinale ist ein Vorreiter unter den A-Filmfestivals – einladend und inklusiv und randvoll mit einer atemberaubenden Vielfalt an Filmen. Sie ist ein Festival, das zeigt, dass das Kino eine äußerst lebendige, oft magische Kunstform ist, die die Art und Weise, wie wir die Welt sehen und wie wir einander verstehen, verändern kann. Es ist eine große Freude und ein Privileg, dieses wichtige Festival leiten zu dürfen. Ich freue mich auf eine sehr erfolgreiche Berlinale 2024 und darauf, danach Teil des Teams zu werden."
Eine Findungskommission – bestehend aus der Kulturstaatsministerin Claudia Roth, dem Oscar-Preisträger Edward Berger, der Schauspielerin Sara Fazilat, dem Produzenten Roman Paul sowie Anna Leppin, Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie und Florian Graf, Chef der Berliner Senatskanzlei Berlin – hatte Tuttle als neue Intendantin vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung traf der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) unter dem Vorsitz von Kulturstaatsministerin Roth. "Tricia Tuttle bringt 25 Jahre Film- und Filmfestival-Erfahrung mit. Unter ihrer Leitung hat das BFI London Film Festival nicht nur einen Publikumszuwachs zu verzeichnen, sondern auch international an Profil und Bedeutung gewonnen. Sie hat den Herausforderungen der Digitalisierung kreative Strategien entgegengesetzt und das Festival bunter, vielfältiger und zugänglicher gemacht. Sie hat uns vor allem mit ihren klaren Vorstellungen zu den künstlerischen Perspektiven der Berlinale, einem modernen, teamorientierten Festivalmanagement, nachhaltiger Nachwuchsförderungen und zeitgemäßen Sponsoring-Modellen überzeugt", sagt Kulturstaatsministerin Roth.
Leitende Tätigkeiten in Großbritannien
Tuttle stammt aus dem US-amerikanischen Bundesstaat North Carolina und startete zunächst eine Karriere als Gitarristin der Band June. Sie besitzt einen Bachelor of Arts in Literature and Radio, Television and Motion Pictures der University of North Carolina at Chapel Hill und einen Master in Film Studies des British Film Institute und Birkbeck University. Ihre berufliche Laufbahn in der Filmbranche startet Tuttle als Filmprogrammerin für das British Film Institute (BFI). Dort war die US-Amerikanerin insgesamt ein Jahrzehnt lang beschäftigt – zu Beginn als stellvertretende Leiterin des BFI London Film Festivals (LFF), dann als Direktorin des Festivals. Neben dem LFF war Tuttle auch für das BFI Flare: Londoner LGBTQIA+ Filmfestival zuständig. In ihrer Zeit als stellvertretende Leiterin entwickelte Tuttle das LGTBQIA+-Mentorenprogramm des BFI Flare, das in Kooperation mit der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) durchgeführt wurde.
In ihren fünf Jahren als LFF-Leiterin organisierte sie Vorführungen im gesamten Gebiet von Großbritannien, verbesserte den digitalen Zugang zu den Festivals und führte das Programm LFF For Free mit kostenlosen Vorführungen und Veranstaltungen ein. Darüber hinaus ermöglichte Tuttle die Einführung von Sektionen für Fernsehserien sowie ein Programm für immersives Filmschaffen. Aktuell arbeitet Tuttle als Head of Directing Fiction an der National Film and TV School UK im britischen Beaconsfield. Des Weiteren wurde sie 2019 im jährlich erscheinenden International Women´s Impact Report vom "Variety"-Magazin gewürdigt. 2022 wurde Tuttle auch in den Index "Variety500" aufgenommen, der Wirtschaftsführer:innen listet, welche die globale Medienbranche prägen.
Sophie-Marie Jahn 13.12.2023









