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Zu den mit "Reisen für Alle" zertifizierten Orten gehört beispielsweise die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt – Foto: Sergii Figurnyi – AdobeStock

Barrierefreies Reisen

Zertifizierung "Reisen für Alle" neu aufgestellt

Das bundesweit geltende Zertifizierungssystem "Reisen für Alle" zur Unterstützung von barrierefreien Reisen wurde zum Jahresbeginn 2024 organisatorisch neu ausgerichtet und optimiert. "Reisen für Alle" entstand als Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. In Zukunft sind Bund und Länder gemeinsam für die Zertifizierung verantwortlich. Damit setzen Bund, Länder und die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), Berlin, ihre Absichtserklärung von September 2023 um. Die Neuaufstellung sei laut dem Bundeswirtschaftsministerium notwendig gewesen, um das System "Reisen für Alle" von einer zeitlich begrenzten Projektförderung des Bundes in eine finanziell und organisatorisch dauerhaft tragfähige Struktur zu überführen. Ziel der Reform ist, die Zertifizierung zu vereinfachen und "Reisen für Alle" zum größeren Nutzen für Menschen mit Behinderungen stärker zu verbreiten.

Dieter Janecek, Koordinator der Bundesregierung für Tourismus, sagt: "In einer großen Kraftanstrengung ist es dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gelungen, das System organisatorisch und wirtschaftlich so neu aufzustellen, dass es von nun an auf eigenen Füßen stehen kann. Ich danke den Ländern und der Deutschen Zentrale für Tourismus, ohne deren Engagement die Sicherung dieses beispielhaften Systems, das Menschen mit Behinderungen das Reisen erleichtert, nicht möglich gewesen wäre. Die Bundesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Barrierefreiheit in Deutschland entscheidend voranzubringen. Das Informations- und Zertifizierungssystem leistet dazu auch künftig einen wichtigen Beitrag."

Seit dem 1. Januar 2024 ist die Bayern Tourist GmbH der Träger der neu ausgerichteten Zertifizierung "Reisen für Alle" und steuert zudem die neue Koordinierungsstelle. Die Tourismusorganisation verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich der touristischen Zertifizierungen und setzte "Reisen für Alle" bislang für den Freistaat Bayern um. Allerdings ist der Bund weiterhin für die IT-Aspekte des Zertifizierungssystems zuständig. Unterstützung bekommt er dabei von der DZT. Diese sichert die Ausspielung der erhobenen Daten sowie dem dahinterstehenden IT-Betrieb und nutzt die Daten im Auslandsmarketing für die Bewerbung von barrierefreiem Reisen als einen zentralen Faktor der Marke "Reiseland Deutschland".

In einem nächsten Schritt planen die Verantwortlichen nun auch die inhaltliche Ausgestaltung von "Reisen für Alle" entsprechend der gemeinsamen Absichtserklärung zu optimieren. Eine mögliche Neukonzeption wird im Beirat der Bundesinitiative Barrierefreiheit diskutiert. Dort entscheiden alle relevanten Akteurinnen und Akteure – unter anderem auch die Betroffenenverbände –, ob und wie sie die Zertifizierung inhaltlich neu aufstellen wollen.

 

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