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Mithilfe von Augmented Reality wird die reale Umgebung um digitale Inhalte ergänzt – Foto: Hakule – Fotolia

Augmented Reality

Über die Hälfte der Deutschen bereit, AR-Brille zu nutzen

Etwa jeder fünfte Deutsche nutzt aktuell mindestens eine Augmented-Reality-Anwendung (19 %). Das zeigt eine Befragung des Digitalverbands Bitkom, Berlin, unter 1.165 Personen ab 16 Jahren. Am häufigsten kommt Augmented Reality (AR) beim Gaming zum Einsatz. Dabei werden Spielinhalte in die reale Welt integriert, zum Beispiel bei Pokémon Go. 15 Prozent der Befragten haben bereits ein AR-Spiel ausprobiert. Zu den weiteren AR-Anwendungen gehören zudem Kamerafilter, die Gesichter oder Fotos um digitale Inhalte erweitern (12 %) und Apps, die Navigationshinweise direkt in der Umgebung einblenden (6%). Darüber hinaus nutzen drei Prozent AR auch zum Online-Shopping und in Form von Maßband-Apps zum Ausmessen von Gegenständen, in Apps in Museen oder Ausstellungen sowie in Trainings- oder Schulungs-Apps.

Dr. Sebastian Klöß, Bereichsleiter für Consumer Technology & AR/VR beim Bitkom, sagt: "Verglichen mit Virtual Reality ist Augmented Reality oft die unauffälligere Technologie – allerdings jene, die sich nahtlos in den Alltag integrieren lässt. Auch wenn die meisten AR mit Gaming und Entertainment verbinden, wird oft übersehen, dass AR heute außerdem bereits produktiv in Unternehmen eingesetzt wird – von Schulungen und Fernwartungen bis hin zu Kollaboration und Planung."

Im privaten Umfeld wird AR fast ausschließlich auf Smartphones und Tablets genutzt. In Zukunft werden laut Bitkom auch AR-Brillen eine größere Rolle im Alltag der Menschen spielen. Rund die Hälfte der Deutschen kann sich vorstellen, eine AR-Brille zu nutzen (51 %). Allerdings würden 77 Prozent die Brille bei anderen nur ohne eingebaute Kamerafunktion akzeptieren. Dabei wollen die Befragten die AR-Brille vor allem für Informationen verwenden. Über die Hälfte fände es praktisch, wenn sie durch die Brille Informationen wie Wegbeschreibungen oder Nachrichten angezeigt bekommen. Weitere 21 Prozent würden gerne Informationen zu der gegenüberstehenden Person bekommen, beispielsweise die Social-Media-Profile. Acht Prozent würden außerdem gerne etwas über die Stimmung der anderen Person erfahren. Des Weiteren fände es ein Fünftel der Deutschen gut, wenn die AR-Brillen Menschen, die sie nicht sehen möchten, ausblenden würden.

"Von der idealen AR-Brille sind wir voraussichtlich noch fünf Jahre entfernt. Erste AR-Brillen aus dem Consumer-Bereich sind in ihrer Leistungsfähigkeit derzeit noch eingeschränkt und auch Brillen für den Business-Einsatz sind in ihrer Größe und ihrem Gewicht bisher noch nicht alltagstauglich. Allerdings machen die Unternehmen hier aktuell große Fortschritte, sodass wir damit rechnen können, dass AR-Anwendungen in Zukunft noch sehr viel stärker Einzug in den Alltag halten werden. Ein Schritt in diese Richtung sind auch die aktuellen Virtual-Reality-Brillen, die mittels Kameras die Umgebung anzeigen und virtuell erweitern können", so Klöß. Dennoch wird es noch etwas dauern bis AR-Brillen fest im Alltag etabliert sind. Laut der Bitkom-Umfrage fühlen sich aktuell noch 46 Prozent unwohl, wenn andere um sie herum eine AR-Brille tragen.
 

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