
Dr. Mirjam Sprau bringt jahrelange Erfahrungen in der Archiv-Arbeit mit ans Institut für Stadtgeschichte – Foto: privat
Stadtarchiv
Neue Spitze am Frankfurter Institut für Stadtgeschichte
Das Institut für Stadtgeschichte (ISG) in Frankfurt a. M. bekommt eine neue Leitung. Dr. Mirjam Sprau wird die Geschäftsführung von der Interimsleiterin Franziska Kiermeier übernehmen. Der Magistrat der hessischen Stadt hatte am 19. Januar 2024 entschieden, dass Sprau das ISG führen soll. Er folgt damit dem Vorschlag von Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig. Zuvor wurde ein öffentliches Stellenbesetzungsverfahren durchgeführt. Sprau wird ihre neue Stelle zum nächstmöglichen Zeitpunkt antreten.
Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig erklärt: "Mit Dr. Mirjam Sprau gewinnen wir eine charismatische, sehr versierte Expertin, die ihre langjährige Erfahrung aus dem Bundesarchiv mit nach Frankfurt bringt. Sie wird die hervorragende Arbeit des Instituts für Stadtgeschichte weiter voranbringen und im Sinne eines zeitgemäßen Verständnisses von kultureller Teilhabe den niedrigschwelligen Zugang zur Geschichte und Kultur der Stadt Frankfurt ausbauen. Ein solches Verständnis für unser 'Gedächtnis der Stadt' ist aktuell wichtiger denn je, denn die Verteidigung der Demokratie bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die Erinnerungskultur und Geschichtsarbeit einen wichtigen Beitrag leisten. Ich freue mich daher sehr, Dr. Mirjam Sprau als neue Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte hier in Frankfurt begrüßen zu können."
Die neue ISG-Leiterin Sprau sagt: "Ich freue mich sehr darauf, die so erfolgreiche Arbeit des Instituts für Stadtgeschichte gemeinsam mit den vielen Kolleginnen und Kollegen in die Zukunft weiterführen zu dürfen. Das ISG ist im umfassenden Sinne das 'Gedächtnis der Stadt', sein besonderes Merkmal sehe ich in der Verbindung zwischen den klassischen Aufgaben eines Stadtarchivs unter modernen Bedingungen und dem so breiten Angebot zur historischen Bildung. Mein Anspruch ist es, mit dem ISG an der demokratischen Erinnerungskultur Frankfurts aktiv mitzuwirken, das Haus in seiner Rolle als Kommunikationsraum zur historischen Selbstvergewisserung unterschiedlicher Zielgruppen aus archivischer Perspektive zu stärken. Dabei freue ich mich besonders auf die Zusammenarbeit mit den anderen Häusern der reichen Museumslandschaft der Stadt. Persönliche Akzente möchte ich bei der Diversifizierung der Überlieferungsbildung mit Blick auf die vielfältige kulturelle und soziale Realität Frankfurts setzen."
Die 1980 geborene Sprau studierte Osteuropäische Geschichte, Neuere deutsche Literatur und Soziologie in Marburg und Moskau (Russland). 2015 promovierte sie an der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen. Bereits im Jahr 2012 begann Sprau ihre archivische Laufbahn mit einem Referendariat beim Bundesarchiv in Koblenz. Dort war sie an verschiedenen Stationen tätig – vom Bildarchiv über die moderne Überlieferungsbildung (Ressorts "Inneres" und "Justiz") bis hin zur Hauptdienststelle. Vor ihrem Wechsel an das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte arbeitete Sprau als Referatsleiterin in der Abteilung "Grundsatz und Wissenschaft" im Bundesarchiv. In dieser Zeit war sie mit mehreren Kooperationspartnern an der Etablierung eines nationalen und internationalen Netzwerks beteiligt, das durch das Bundesfinanzministerium finanziert wurde. Zudem wirkte sie am Aufbau des Themenportals "Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts" mit, das Forschenden, Studierenden, Medien und Familienangehörigen von NS-Opfern Zugang zu den Unterlagen der Wiedergutmachungspolitik in Deutschland ermöglicht. Zusätzlich verantwortete Sprau die Schriftenreihe des Bundesarchivs.
Sophie-Marie Jahn 26.01.2024









