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Studierende beurteilen Studienqualität positiv

Die große Mehrheit der Studierenden lernt gerne an ihrer Hochschule und ist mit wichtigen Aspekten der Studienqualität zufrieden. Dazu zählen vor allem das Engagement der Lehrenden, die fachliche Qualität der Lehrveranstaltungen und die Zugänglichkeit von Bibliotheken und EDV-Einrichtungen. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Studienqualitätsmonitors (SQM), der vom HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) und der Arbeitsgemeinschaft Hochschulforschung der Universität Konstanz seit 2007 erstellt wird. Befragt wurden bundesweit 49.000 Studierende. Insgesamt hat sich seit 2008 das Urteil der Studierenden über die meisten Bereiche von Studienqualität verbessert.

Mehr als zwei Drittel der Studierenden waren im Sommersemester 2012 mit der Vorbereitung der Lehrenden auf die Lehrveranstaltungen (73 %) und dem Engagement der Lehrenden bei der Stoffvermittlung (70 %) zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Die Beratung in Sprechstunden, informellen Gesprächen oder per E-Mail erhielt ebenfalls ein gutes Urteil: Von den Studierenden, die eine solche Beratung durch Lehrende in Anspruch genommen hatten, waren bis zu 81 Prozent mit dem Ertrag (sehr) zufrieden. Positiv bewertet wurde in vielen Bereichen auch die sachliche und räumliche Ausstattung, beispielsweise die Öffnungszeiten der Bibliothek (78 % sind zufrieden oder sehr zufrieden), die Zugänglichkeit zum WLAN der Hochschule (74 %) und die Öffnungszeiten der EDV-Räume (70 %).

In ihrem bilanzierenden Urteil sind besonders viele Studierende (72 %) mit der fachlichen Qualität der Lehrveranstaltungen zufrieden. Mit Abstand folgt die Zufriedenheit mit der sachlich-räumlichen Ausstattung im Studiengang (61 %). Alles in allem sind 61 Prozent der Studierenden mit den Bedingungen im Studium (sehr) zufrieden. Fast drei Viertel aller Studierenden (73 %) studieren gerne an ihrer Hochschule.

Unterschiede zwischen den Hochschularten

In vielen Bereichen fallen die Urteile der Studierenden an Fachhochschulen (FH) besser aus als an Universitäten. FH-Studierenden bewerten vor allem den Praxisbezug im Studium und die Vorbereitung auf den Beruf deutlich besser als Universitätsstudierende. Aber auch hinsichtlich der Abstimmung und Organisation der Lehre, der Betreuung und Beratung durch die Lehrenden, der räumlichen Ausstattung, der Verfügbarkeit von EDV-Arbeitsplätzen und der Beratungs- und Serviceeinrichtungen der Hochschule fällt das Urteil der Studierenden an den Fachhochschulen besser aus als an den Universitäten. FH-Studierende berichten daneben auch seltener von zu hohen Studienanforderungen sowie zeitlichen Verzögerungen im Studium und klagen weniger häufig über Beeinträchtigungen durch überfüllte Hörsäle und Seminarräume.

Die Universitäten erhalten im Studierendenurteil demgegenüber bessere Noten für die Wissenschafts- und Forschungsbezüge in der Lehre, für die Wahlmöglichkeiten bei Kursen und Modulen, den Zugang zu Fachliteratur und die Betreuung in Tutorien. Studierende an Universitäten fühlen sich in höherem Maße als ihre Kommilitonen an den Fachhochschulen im bisherigen Studium in ihrer Autonomie, im kritischen Denken, im Erwerb von Fachkenntnissen und der Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten gefördert.

Verbesserungspotenziale

Die nun vorgestellten Ergebnisse für das Jahr 2012 zeigen: Aus den Studierendenurteilen lassen sich aber auch Verbesserungspotenziale ableiten. Weniger als die Hälfte der Studierenden bewertet Aufbau und Struktur der Studiengänge, Lehrangebote zum wissenschaftlichen Arbeiten, die Rückmeldungen der Lehrenden zu Studienleistungen oder die Forschungsbezüge der Lehre positiv.

"Alles in allem bleiben damit trotz einer zunehmend positiven Bewertung der Studienqualität durch die Studierenden Bereiche bestehen, in denen Nachbesserungen erforderlich sind", resümiert Studienautor Andreas Woisch. "Ein erster wichtiger Ansatzpunkt ist nach wie vor die Studierbarkeit: Nur knapp die Hälfte aller Studierenden ist mit Aufbau und Struktur der Studiengänge zufrieden; in diesem Punkt haben sich die Studierendenurteile in den vergangenen Jahren nur wenig verbessert."

Die Publikation Studienqualitätsmonitor 2012. Studienqualität und Studienbedingungen an deutschen Hochschulen steht hier zum Download bereit.

 

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