Jeder zweite Bürger bevorzugt Online-Wahl
Fast jeder zweite Wähler kann sich vorstellen, seine Stimme im Internet abzugeben. Vier von zehn Befragten (43 Prozent) würden sogar eine Online-Wahl einer Briefwahl vorziehen. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), Hamburg, in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Sinus-Institut. Für die bevölkerungsrepräsentative Untersuchung wurden bundesweit rund 2.000 Menschen ab 18 Jahren befragt.
Rund zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sind überzeugt, dass die Möglichkeit einer Online-Stimmabgabe die Wahlbeteiligung grundsätzlich vorantreiben würde. Dies gilt insbesondere für jüngere Befragte. 75 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und sogar 80 Prozent der 25- bis 34-Jährigen teilen diese Einschätzung. Unter den Befragten über 65 Jahren glauben immerhin noch 54 Prozent daran, dass eine Wahl über das Internet sich positiv auf die allgemeine Wahlbeteiligung auswirken würde.
"Für viele Menschen ist das Internet eben kein Neuland mehr, sondern ein wichtiges Instrument der politischen Information und Teilhabe. Das bringen die Befürworter einer Online-Wahl deutlich zum Ausdruck. Diesen Willen muss man anerkennen und ernst nehmen. Gleichzeitig darf jedoch nicht übersehen werden, dass auch Vorbehalte gegen eine Online-Wahl deutlich wurden", sagt DIVSI-Direktor Matthias Kammer.
Immerhin 46 Prozent der Bundesbürger können sich nämlich nicht vorstellen, online zu wählen. Diese Gruppe ist derzeit noch skeptisch bzw. ablehnend, überwiegend aufgrund allgemeiner Zweifel an der Sicherheit (57 Prozent). Weitere Gründe für die Ablehnung sind mangelndes Vertrauen in Online-Wahlsysteme (44 Prozent), Zweifel an der Wahrung des Wahlgeheimnisses (38 Prozent), Angst vor Manipulation der Stimmabgabe (37 Prozent) sowie vor Datenmissbrauch durch Speicherung der abgegebenen Stimmen (37 Prozent).
Rebekka Hans 13.08.2013










