
Die Initiative "Fashion against Fascism" ist eine weitere Maßnahme im Rahmen der Kampagne "Recht gegen Rechts" – Foto: JvM
NGO-Aktion
Laut gegen Nazis entwickelt Datenbank für rechte Codes
Nachdem sich der Hamburger Verein Laut gegen Nazis e. V. im Oktober 2023 die Markenrechte an mehreren Codes gesichert hat, die von Nazis verwendet werden, startet die Organisation im Rahmen der Kampagne "Recht gegen Rechts" nun eine weitere Aktion. Gemeinsam mit der Berliner Werbeagentur Jung von Matt (JvM) hat der Verein eine Online-Datenbank entwickelt, um die Verbreitung codierter rechtsextremer Sprache und Symbole im Fashion-E-Commerce zu bekämpfen. Die Initiative "Fashion against Fascism" soll Online-Modemarken dabei unterstützen, rechtsextreme Botschaften auf ihren Websites ausfindig zu machen und einzudämmen. Ein Webcrawler hilft den Marken zu prüfen, ob rechtsextreme Codes über ihren Online-Marktplatz verbreitet werden.
Jörn Menge, Vorsitzender des Vereins Laut gegen Nazis e.V., erklärt: "Die Erfahrungen aus der Kampagne 'Recht gegen Rechts' haben gezeigt, dass auch das Markenrecht im Kampf gegen Nazis an seine Grenzen stößt. Damit wollen wir uns aber nicht zufriedengeben. Wo der Gesetzgeber nichts gegen die Verbreitung von rechtsradikalen Hassbotschaften tut, tun wir jetzt etwas. Und wir wollen auch andere Akteure aus der Modeindustrie dazu motivieren, sich zu beteiligen und damit eine sichere Umgebung für alle zu schaffen." Simon Knittel, Executive Creative Director bei JvM, ergänzt: "'Recht gegen Rechts' hat gezeigt, wie wir mit einem simplen Trick erfolgreich gegen Nazi-Codes aktiv werden können. Mit 'Fashion against Fascism' gehen wir jetzt den nächsten Schritt. Dabei kam uns nicht nur die intensive Recherchearbeit der Kürzel zugute, sondern auch das Vertrauen und die Aufmerksamkeit, die wir mit dem Erfolg von 'Recht gegen Rechts' bereits aufbauen konnten."
Die Idee hinter der Kampagne stammt von Jung von Matt. Für die Programmierung der Datenbank zeichnet der Softwareentwickler 02100 Digital verantwortlich – ein Ableger der schwedischen Kommunikationsagentur Redgert Comms. Die Datenbank steht auf der Website fashionagainstfascism.com zur Verfügung. Aktuell umfasst die Datenbank mehr als 200 Codes und wird kontinuierlich kuratiert, aktualisiert und erweitert. Durch die Programmierschnittstelle (API) kann sie von jeder Marke genutzt werden, die sich der Initiative anschließt.
Zu den Mitinitiatoren der Aktion gehören der deutsche Online-Versandhändler Zalando und der global agierenden Spread Group. In einem offenen Brief rufen die Verantwortlichen Modemarken auf der ganzen Welt dazu auf, aktiv zu werden und sich anzuschließen. Die Initiative wird unter anderem von About you, Avocadostore, Baur, dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, Bonprix, Fast Forward, Underpressure und Vinted unterstützt. Seit dem 4. April 2024 wird die Aktion auf allen beteiligten Social-Media-Kanälen ausgespielt.
Sophie-Marie Jahn 04.04.2024










